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Die letzte Fahnenabgabe des letzten Zürcher Bataillons

Völlig unbeachtet vom Politgeschehen wird nächsten Mittwoch das allerletzte Zürcher Kampfbataillon die Fahne abgeben. Ab dem 1.1.2018 gibt es keine Zürcher Truppen mehr.
Markus Binder, Bezirksparteipräsident SVP Dietikon, Urdorf
Am Mittwoch, 5. Juli 2017, findet ab 16.30 h auf dem Lindenhof in Zürich die finale Fahnenabgabe des Zürcher Inf Bat 70 statt. Von 1999 bis 2003 war ich Bat Kdt des Mech Füs Bat 70 und durfte es als erstes Zürcher Bataillon «mechanisieren» und auf den Radschützenpanzer umschulen. Nicht nur einem Generalstabsoffizier, sondern allen Schweizerinnen und Schweizern müsste das Verschwinden des letzten Zürcher Bataillons eigentlich zu denken geben; wer schützt in Zukunft Land und Leute?
Wer schützt in Zukunft Land und Leute?
In den Zeiten des real existierenden Sozialismus war die Schweizer Armee die stärkste konventionelle Landstreitkraft in Europa mit fast 800 000 Angehörige der Armee (AdA). Die unglücklichen Armeereformen 95 (400 000 AdA) und namentlich XXI (200 000 AdA) haben unsere Milizarmee nachhaltig geschwächt. Die «Weiterentwicklung der Armee» WEA sieht den Sollbestand bei 100 000 AdA. Viele Bürgerinnen und Bürger stellen sich angesichts dieser massiven Verkleinerung der Armee heute die Frage, ob wir denn überhaupt noch genügend sicher sind. Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit, Unabhängigkeit und Wohlstand. Nur eine glaubwürdige Milizarmee garantiert die Sicherheit auch in Krisenzeiten und ist die massgeschneiderte Lösung für die Schweiz. Nur wenige Flugstunden von uns entfernt herrscht Krieg – nicht zum ersten Mal und trotz den angeblich friedenssichernden Wirken der EU. Aus der Tagespresse wissen wir, dass Terroranschläge jederzeit und überall möglich sind. Wir müssen darum der Armee die personellen und finanziellen Mittel für die Landesverteidigung bereitstellen, inklusive der notwendigen Flugzeuge. So können wir auch in Zukunft in Sicherheit und Freiheit leben. Die SVP bekennt sich zu einer zeitgemäss bewaffneten und hervorragend ausgebildeten Milizarmee zur Bewahrung einer unabhängigen, freien und neutralen Schweiz.

2 Kommentare zu “Die letzte Fahnenabgabe des letzten Zürcher Bataillons”
  1. Moon sagt:

    Das Geb Schützenbat 6 existiert weiterhin und ist ein Ur-Zürcher Kampfbat.
    Ebenfalls das Inf Bat 65!!

  2. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die SVP des Kantons Zürich die Fahnenabgabe dieses letzten Zürcher Bataillons begrüsst und zumindest mit einem Cüpli-Apéro feiern würde.
    Bekanntlich hat ja die SVP-Bundeshaus-Fraktion am denkwürdigen 18. März 2016 der Halbierung unserer Armee (WEA) und somit auch der Auflösung des letzten Zürcher Bataillons mit Überzeugung zugestimmt (Abstimmung 14.069).
    Die hier aufgeworfene, sehr berechtigte Frage «Wer schützt in Zukunft Land und Leute?» hätten sich die SVPler etwas früher stellen müssen, dann wäre zumindest das letztjährige Referendum gegen die jetzige nochmalige Armee-Halbierung zustandegekommen.
    Erinnert sei ans «Parteiprogramm 2015-2019», wo auf Seite 48 zu lesen ist: «Mit den vom Parlament beschlossenen Mitteln von 5 Milliarden Franken pro Jahr bei einem Bestand von 100’000 Armeeangehörigen kann der Auftrag nicht erfüllt werden…». Wieso handelte die SVP-Bundeshausfraktion diametral entgegen diesem klaren Wähler-Auftrag? Wieso half die SVP-Bundeshausfraktion den Links- und Mitte-Parteien, die Glaubwürdigkeit unserer Landesverteidigung endgültig und unwiderruflich zu zerstören? Glaubt sie, wirklich die Mehrheit ihrer Wählerschaft zu vertreten?
    Inzwischen wissen wir, dass alles noch viel schlimmer ist als vor einem Jahr vorausgesagt. Es können innert zehn Tagen bestenfalls (= ohne Feindeinwirkung) gerade noch 35’000 Mann schweizweit mobilisiert werden, vom theoretischen Bestand von 100’000 meilenweit entfernt. Im Ernstfall dürfte die Befehlsverweigerung angesichts der Aussicht auf Verheizung als Kanonenfutter in einer Alibi-Armee viele Pflichtige vom Einrücken abhalten.
    Erinnert sei daran, dass schon allein das frühere Zürcher Flughafen-Regiment 4 bedeutend kampfstärker war als die jetzt für die gesamte Ostschweiz zuständige «Territorial Region 4», zukünftig täuschend «Division» genannt (ZH,GL,SH,AR,AI,SG,TG). Ältere Mitglieder wissen, dass wir in diesem Raum früher ein ganzes Armeekorps (FAK 4) «stehen» hatten, mit echten, äusserst glaubwürdigen Divisionen und Brigaden.
    Die Armee-Halbierung WEA bewirkt tragischerweise eine weitere Entfremdung unserer Armee vom Volk. Neu werden ab 1.1.2018 nur noch ca ein Prozent (!) der Bevölkerung die Armee-Uniform tragen. Von «Miliz» kann dabei keine Rede mehr sein. 99% unserer Bevölkerung werden keinen direkten Kontakt zur Armee haben.
    Ich wünsche mir sehnlichst, dass die SVP sicherheitspolitisch wieder auf den Weg der Tugend zurückfindet. Die öffentliche Sicherheit ist noch immer Staatsaufgabe Nummer Eins! Alles andere ist Zugabe.

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