Fachkräfte sichern, Gewerbe stärken
Die Berufsbildung bildet das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – insbesondere für das Gewerbe, das auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen ist. Doch der Übergang von der Volksschule in die berufliche Grundbildung zeigt zunehmend Schwächen: Jugendliche sind oft nicht ausreichend vorbereitet, die Zahl der Brückenangebote steigt und Lehrbetriebe beklagen Defizite in der Berufswahlreife. Diese Entwicklung gefährdet das duale Bildungssystem und erschwert die Rekrutierung geeigneter Lernender.

Ein starker Übergang in die Berufsbildung ist nicht nur eine bildungspolitische Aufgabe, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Bild: openbite
Aus Sicht vieler Lehrbetriebe fehlt es Schulabgängerinnen und Schulabgängern an Praxistauglichkeit und Ausbildungsfähigkeit. Die Anforderungen der Arbeitswelt – Pünktlichkeit, Belastbarkeit, Teamfähigkeit – treffen auf junge Menschen, die diese Kompetenzen oft nur unzureichend mitbringen. Der Regierungsrat ist gefordert, diese Diskrepanz ernst zu nehmen und gezielt gegenzusteuern.
Zusammenarbeit stärken
Eine engere Verzahnung zwischen Volksschulen, Berufsberatung und Lehrbetrieben ist essenziell. Praxisnahe Formate wie Berufswahl-Workshops, gemeinsame Projekte oder regelmässige Austauschtreffen könnten helfen, die Realität der Arbeitswelt greifbarer zu machen. Lehrpersonen sollten stärker für die Anforderungen der Berufsbildung sensibilisiert werden.
Frühe Praxiseinblicke ermöglichen
Schnupperlehren, Betriebsbesuche und Praxistage sind bewährte Instrumente, um Jugendlichen realistische Einblicke zu geben. Diese Angebote müssen systematisch und flächendeckend in den Schulalltag integriert werden – nicht als freiwillige Zusatzangebote, sondern als fester Bestandteil der Berufswahlvorbereitung.
Anschlusslösungen sichern
Der Kanton Zürich muss Strategien entwickeln, um die Zahl der Jugendlichen ohne direkte Anschlusslösung zu senken. Dazu gehören gezielte Förderprogramme, individuelle Laufbahnberatungen und die Stärkung der Berufsbildung als gleichwertige Option zur akademischen Laufbahn.
Gewerbe aktiv einbinden
Die Lehrbetriebe müssen als zentrale Akteure in die Weiterentwicklung der Übergangsstrukturen eingebunden werden. Ihre Erfahrungen und Bedürfnisse sollten in bildungspolitische Entscheidungen einfliessen – sei es durch Fachgremien, Pilotprojekte oder regionale Netzwerke.
Fazit
Die Sicherung von Fachkräften beginnt nicht erst mit dem Lehrvertrag – sie beginnt in der Volksschule. Ein starker Übergang in die Berufsbildung ist nicht nur eine bildungspolitische Aufgabe, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Es liegt an Politik, Schulen und Betrieben, diesen Übergang gemeinsam zu gestalten.
Die eingereichte Anfrage KR-Nr.262/2025 finden Sie hier: