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Regierungsrat gibt keine zufriedenstellende Antwort

Auf die Frage, ob seit der Annahme der Initiative „Mundart im Kindergarten“ weiterhin Kindergartenlehrpersonen mit hochdeutscher Muttersprache angestellt würden, antwortet der Regierungsrat, dass dies immer noch möglich sei, sofern die Schulpflegen deutsche Dialekte als Mundart akzeptieren würden. Lehrpersonen seien zudem aufgefordert worden, Helvetismen im Unterricht zu verwenden.

Die Stellungnahme des Regierungsrates, dass Hochdeutsch als Dialekt und somit Mundart gelten kann, beruht auf einer absurden Definition und ist nicht nachvollziehbar. Das Interesse, den Volksentscheid zur Initiative „Mundart im Kindergarten“ umzusetzen, ist offensichtlich nicht da. Diese Haltung lässt erahnen, wieso der Regierungsrat für die Annahme des Gegenvorschlages der Prima-Initiative und somit die freiwillige Einführung der Grundstufe plädiert: ob bei Einführung der Grundstufe, für welche keine explizite Verwendung der Mundartsprache festgeschrieben ist, bzw. letztlich Mundart und / oder Hochdeutsch als Unterrichtssprache verwendet würde, spielte dann nämlich keine Rolle mehr.
Diese Tatsache müssen auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger kennen, wenn sie am kommenden Sonntag über die Einführung der Grundstufe abstimmen: Sie müssen wissen dass ein Ja zu diesen Vorlagen bedeuten würde, dass der Volksentscheid zu „Mundart im Kindergarten“ faktisch ausgehöhlt würde.

Die Fraktionen SVP, EVP und EDU sind der Auffassung, dass der Begriff „Mundart“ nicht beliebig interpretiert werden darf, wie dies der Regierungsrat tut. Mit Mundart ist per Definition lokale oder regionale Sprachvarietät – also die Schweizer Dialekte – gemeint, wozu die hochdeutsche Sprache nicht gezählt werden darf. Zudem wird es dem Anliegen des Volksentscheids zur Mundart im Kindergarten nicht gerecht, wenn der Gebrauch von Helvetismen im Unterreicht bereits als Verwendung der Mundartsprache deklariert wird.

Für die Wahrung der Mundart als Teil der Schweizer Kultur, für einen nachhaltigen Spracherwerb und letztlich auch eine erfolgreiche Integration von Fremdsprachigen ist das Beherrschen der Mundart unumgänglich.

Vorschullehrpersonen ausländischer Herkunft dürfen nur angestellt werden, wenn sie Mundart – also Schweizer Dialekt – beherrschen. Infolge dessen fordern die Fraktionen EVP, EDU und SVP den Regierungsrat auf, den Volkswillen und somit den Willen zur Vermittlung der Mundart in der Vorschulstufe ernst zu nehmen und für die entsprechende Umsetzung zu sorgen.
Medienmitteilung
Gemeinsame Fraktionserklärung von SVP, EVP und EDU zur Antwort des Regierungsrates auf die Anfrage bezüglich Unterrichtssprache im Kindergarten

EVP, EDU und SVP reichten im Oktober eine dringliche Anfrage zur Umsetzung des Volksentscheids „Mundart im Kindergarten“ ein. Die Antwort des Regierungsrates ist für die drei Fraktionen nicht zufriedenstellend. Sie lässt erkennen, dass der Volksentscheid nicht umgesetzt wird und seitens der Regierung offensichtlich auch kein Interesse daran besteht. Dies erklärt auch, warum die Regierung die Abstimmungsvorlage zur freiwilligen Einführung der Grundstufe befürwortet – denn mit der Einführung der Grundstufe würde der Volksentscheid zur Initiative „Mundart im Kindergarten“ obsolet.

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