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Von Zwangswerbung und willkürlichem Sparen

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» wird ohne Gegenvorschlag vors Volk kommen. Sie verlangt, die Radio- und Fernsehabgabe für Haushalte auf 200 Franken pro Jahr zu senken und Unternehmen gänzlich von der Abgabepflicht zu befreien. Mit einer eigenartigen Kampagne versucht die SRG bei eher konservativen Konsumenten, Werbung zu machen – mit Jassen, Schwingen oder Kühen.

Pause statt Programm: Für viele Gebührenzahler wirkt die SRG wie ein Sender im Standbild – teuer, überladen und mit Zwangswerbung. Bild: Adobe Stock

Daneben tut die SRG aber alles, damit sie auf ihren Geldern hocken darf, und verärgert die Gebührenzahler mit Zwangswerbung. Die zwingen Zuschauerinnen und Zuschauern, die Sendungen zeitversetzt sehen möchten, Werbespots auf. Replay-Fernsehwerbung nennt sich das. Bisher konnten die Zuschauer auf den SRF-Sendern die Werbung überspringen.

Zwangswerbung

Dass die SRG die Replay-Fernsehwerbung inzwischen als «nutzerfreundlich » bezeichnet, ist ein Hohn. Vor drei Jahren bezeichnete die SRF-Tagesschau die Replay-Fernsehwerbung selbst noch als Zwangswerbung, wie «infosperber» kürzlich in Erinnerung rief. Wenn die SRG mehr Werbung verkaufen will, soll sie auf die Gebühreneinnahmen komplett verzichten.

SRG geht an Kapitalmarkt

Offenbar auf Druck der Halbierungsinitiative startet die SRG eine Anleihe, wie in den letzten Tagen bekannt wurde. Die siebenjährige Anleihe ist auf 100 Millionen Franken dotiert. Sie soll der «Refinanzierung kurzfristiger Verbindlichkeiten » dienen. Ihre letzte Anleihe hatte die SRG 2008 zurückgezahlt.

Sport: Am richtigen Ort sparen

Immer wieder ist zu hören, die SRG spare. Dann kommen im Sport recht dumme Beispiele. Es ist vernünftig, wenn sich die SRG auf Schweizer Sportereignisse oder Veranstaltungen konzentriert, an denen Schweizer eine wichtige Rolle spielen. Eigenartig ist dabei, dass sich die SRG aus der Swiss Hockey League zurückgezogen und diese wichtige Sportart im Vereinsbereich praktisch den Pay-TV-Sendern überlassen hat. Stattdessen berichtet die SRG über jedes Feld-, Wald- und Wiesenschwingfest in epischer Breite. Wohl eine Massnahme, um eher traditionelle Zuschauer vor der Halbierungsinitiative zu schützen. Es ist auch zu fragen, ob man auf teure Formel-1-Sendungen verzichten soll. TV-Sender in den Nachbarländern bieten bereits genügend Formel 1 an.

Zu viele Wetterdaten

Es ist müssig, der SRG zu erklären, wie sie ihr überfrachtetes Angebot reduzieren soll. Aber warum beschäftigt die SRG eigentlich eine eigene Wetterredaktion? Könnte man nicht die Wetterdaten von Meteo Schweiz beziehen, die ja schon vom Steuerzahler finanziert wird?

Viele nutzen gar keine SRG-Angebote und müssen trotzdem 335 Franken Zwangsgebühren zahlen. Aus ihrer Sicht sind auch 200 Franken mehr als genug.

Ebenfalls sehr störend ist, dass Gewerbe und Arbeitgeber doppelt bezahlen: nämlich als Privatpersonen und als Unternehmer. Diese Doppelbesteuerung ist ein klarer Missstand.

Lächerliche Eigenwerbung

Das Schweizer Fernsehen strahlt Spots aus, welche die Qualität des eigenen Programms auf fast lächerliche Art anpreisen: «SRF: Meine Fankurve» oder «SRF: Meine Konzerthalle». Wer gerade Grossanlässe auf SRF schaut, wird zu bester Sendezeit auch mit Eigenwerbung des Senders berieselt. Der St.Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler meinte gegenüber «20Minuten», die Eigenwerbung habe überall zugenommen: «Sei es über Online-Plattformen, über digitale Werbeflächen oder im Rahmen von Grossereignissen – immer wieder betonen SRF-Spots den Stellenwert und die Wichtigkeit des eigenen Sendeprogramms. »

In solch einer feindlichen und uneinsichtigen Umgebung sind die Initianten gut beraten, ihre Initiative aufrechtzuerhalten. Die Kürzung auf dem Verordnungsweg ist lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein und würde die grundsätzlichen rechtsstaatlichen Probleme der SRG-Gebühren nicht lösen.

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