Verantwortung: Das Fundament unserer Freiheit
Unser Staat funktioniert gut. Er sorgt für Sicherheit, Infrastruktur und stabile Rahmenbedingungen. Doch gerade dieser Erfolg birgt eine Gefahr, über die selten gesprochen wird: die schleichende Verlagerung von Verantwortung vom Bürger zum Staat.

Immer öfter wird bei gesellschaftlichen Problemen reflexartig nach neuen Gesetzen, zusätzlichen Vorschriften oder staatlichen Programmen gerufen. Bild: Pixabay
Immer öfter wird bei gesellschaftlichen Problemen reflexartig nach neuen Gesetzen, zusätzlichen Vorschriften oder staatlichen Programmen gerufen. Ob es um Erziehung, Gesundheit, Klima oder wirtschaftliche Risiken geht – der Staat soll es richten. Was gut gemeint ist, führt langfristig zu einer problematischen Entwicklung: Der Einzelne wird entmündigt, Eigenverantwortung wird verdrängt.
Eigenverantwortung als Erfolgsprinzip
Dabei ist die Eigenverantwortung ein zentraler Pfeiler unseres Erfolgsmodells Schweiz. Unser Land ist stark geworden, weil Generationen von Bürgerinnen und Bürgern Verantwortung übernommen haben – für sich selbst, für ihre Familien, für ihre Unternehmen und für ihre Gemeinden. Dieses Prinzip hat Innovation, Fleiss und Stabilität ermöglicht.
Wenn jedoch der Staat zunehmend versucht, jedes Risiko abzusichern und jedes Verhalten zu regulieren, verändert sich auch die Haltung der Menschen. Wer sich darauf verlässt, dass der Staat immer einspringt, verliert den Anreiz, selbst vorzusorgen. Dies schwächt nicht nur die individuelle Freiheit, sondern langfristig auch die Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft.
Vertrauen in mündige Bürger statt mehr Bürokratie
Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in der wachsenden Regulierungsdichte. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, sich im Vorschriftendschungel zurechtzufinden. Für Bürger wird der Alltag zunehmend von Regeln und Kontrollen geprägt. Vertrauen wird durch Bürokratie ersetzt.
Doch Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung. Eine freie Gesellschaft lebt davon, dass ihre Bürger eigenständig handeln und die Konsequenzen ihres Handelns tragen. Der Staat kann und soll nicht jede Lebensentscheidung vorgeben oder absichern.
Der Kanton Zürich und die Schweiz insgesamt stehen deshalb vor einer Grundsatzfrage: Wollen wir eine Gesellschaft mündiger Bürger – oder eine Gesellschaft, in der der Staat immer mehr bestimmt?
Die Antwort sollte klar sein. Es gilt, das Vertrauen in die Bürger zu stärken, statt es durch immer neue Vorschriften zu untergraben. Denn eine starke Schweiz entsteht nicht durch einen starken Staat allein, sondern durch starke, verantwortungsbewusste Bürger.