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Die Fachkräfte-Lüge

Das Argument kennt jeder: Die Schweiz brauche Zuwanderung, weil sonst Spitäler kollabieren, Pflegeheime veröden und Baustellen stillstehen. Wer die Einwanderung bremsen wolle, nehme in Kauf, dass Grossmutters Pflegebett leer bleibt. Es ist das stärkste Argument der Zuwanderungsbefürworter in Politik und Medien – und es ist falsch.

Die Gegner operieren mit «Fake News» und führen eine Angstkampagne, die ihresgleichen sucht. Bild: IG Nachhaltigkeit

Die amtlichen Zahlen widerlegen es. Zwischen 2022 und 2025 wanderten jährlich durchschnittlich 215’000 bis 224’000 Personen in die Schweiz ein – rund ein Drittel mehr, als das Staatssekretariat für Migration kommuniziert, weil Asylgesuche und Ukraine-Schutzstatus nicht dazu gezählt werden. Von dieser Gesamtzuwanderung kamen im Schnitt 43 Prozent zum Arbeiten. Die fünf häufigsten Berufe dieser Erwerbstätigen im Kanton Zürich: Softwareentwickler, Reinigungsangestellte, Kellner, Finanzfachkräfte, Unternehmensberater. Kein einziger davon gilt gemäss dem Fachkräftemangel-Index 2025 als Mangelberuf. Gesundheit und Pflege zusammen machen gerade einmal 3.6 Prozent der Gesamtzuwanderung aus – Ärzte 1.0 Prozent, Pflegefachkräfte 0.5 Prozent. Den Pflegemangel decken übrigens nicht Einwanderer, sondern täglich pendelnde Grenzgänger aus Frankreich, Deutschland und Italien – fast doppelt so viele wie eigentliche Einwanderer. Das relativiert das Argument grundlegend.

Das Fazit ist ernüchternd: Rund einer von 10 Einwanderern arbeitet in einem anerkannten Mangelberuf. Die anderen neun brauchen Wohnraum, Schulplätze, Spitalbetten – und jemanden, der das bezahlt. Alle diese Zahlen stammen aus amtlichen Quellen – SEM, BFS, OBSAN, Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich. Wer trotzdem behauptet, die Massenzuwanderung sei primär Fachkräftezuwanderung, lügt – oder hat die Zahlen nie gelesen.

Die Schweiz stampft jährlich eine neue Grossstadt wie Winterthur aus dem Boden – mit Bahnhof, Strassen, Spital und Hochschule – davon nur einen Bruchteil für echte Mangelberufe. Wer das benennt, ist kein Rassist. Er ist Realist.

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