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Warum der Zürcher Klimadialog die echte Bauwende blockiert

Der Zürcher Klimadialog droht zur teuren Farce zu werden: Gefangen im Korsett des Beschaffungsrechts wird die physikalische Einfachheit bewährter Kreislauf-Bausysteme in ein administratives Monster verwandelt. Während der Minergie-Schwindel der letzten Jahrzehnte den kommenden Generationen tonnenweise Sondermüll hinterlässt, bürdet die aktuelle Klimabürokratie der Jugend nun auch noch die Schulden einer aufgeblähten Verwaltung auf und lähmt die verbliebenen Praktiker. Es ist Zeit, dieses Dialog-Theater auf Kosten unserer Nachkommen zu beenden und den Fokus endlich vom Prozess auf das Produkt zu lenken.

Der Zürcher Klimadialog ist in seiner jetzigen Form kein Werkzeug des Klimaschutzes, sondern eine gut bezahlte Beschäftigungstherapie für Verwaltungsangestellte, Berater und Funktionäre. Bild: SVP Bauma

Die Prämisse des Zürcher Klimadialogs klingt nach fortschrittlicher Politik: Kanton und Gemeinden setzen sich an einen Tisch, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen voranzutreiben. Doch wer hinter die Kulissen blickt, stösst auf ein absurdes Paradoxon. Während die Verwaltung Unsummen an Steuergeldern und Hunderte von Arbeitsstunden für die Produktion von Strategiepapieren, Leitfäden und Alibi-Arbeitsgruppen verbrennt, verstauben die echten Lösungen seit über 30 Jahren fixfertig im Regal. Ein zu 100 Prozent kreislauffähiges, schadstofffreies und gesundes Bauen ist längst keine technische Herausforderung mehr. Das eigentliche Problem der Gegenwart ist ein unaufhörlich wuchernder staatlicher Verwaltungsapparat, der die reale Umsetzung im Keim erstickt.

Aufgeblasen und realitätsfern

Seit seiner Gründung im Jahr 2020 verzeichnet der Zürcher Klimadialog vor allem in einem Bereich ein messbares, exponentielles Wachstum: bei der eigenen Struktur. Was als digitale Eintagsfliege begann, wurde künstlich zu zwei Grossformaten pro Jahr aufgebläht, im kantonalen Überprogramm «Gemeinden 2030» zementiert und mit fünf permanenten Facharbeitsgruppen institutionalisiert. Hier zeigt sich die klassische, gefährliche Dynamik eines Staatsmolochs. In der verqueren Logik der Behörden gilt ein Projekt bereits dann als erfolgreich, wenn 240 Funktionäre und Staatsangestellte im Saal sitzen und fleissig PDFs produzieren. Wie viele Tonnen CO2 dadurch real eingespart oder wie viele Kubikmeter zirkuläre Rohstoffe tatsächlich verbaut wurden, interessiert beim feierlichen Apéro niemanden. Anstatt dass der Staat die bereits existierenden, genialen Pionierleistungen der Privatwirtschaft adaptiert und einfach grünes Licht gibt, baut er ein hochkomplexes, dreistufiges bürokratisches Bewertungssystem auf. Das Resultat: KMU-Bauunternehmer und kleinere Gemeindebehörden kapitulieren vor der administrativen Überforderung.

Wie meilenweit die staatlich doktrinierte Theorie der baulichen Realität hinterherhinkt, zeigt das jahrzehntelange Fiasko um die herkömmlichen Minergie-Label. Vom Staat als Heilsbringer gepriesen, erzeugte dieser Fokus oft das exakte Gegenteil von Kreislauffähigkeit: zusammengeklebte Kompaktfassaden, unlösbare Verbundstoffe und synthetische Dämmungen. Diese Gebäude sparen zwar im Betrieb scheinbar Energie, hinterlassen der nächsten Generation beim Rückbau aber tonnenweise Sondermüll. Dass der Staat nun hastig mit dem Pflaster «Minergie-ECO» nachbessern muss, entlarvt das System: Erst reguliert sich der Staatsapparat mit enormem finanziellem Aufwand in eine Sackgasse, um sich anschliessend mit noch mehr Steuergeldern und neuen Dialogen selbst wieder herauszuretten.

Private können es besser

Dass es für eine echte Bauwende keinen einzigen staatlichen Innovationsdialog braucht, beweisen mutige private Bauherren. Der visionäre Neubau der Klinik Arlesheim – ein Akutspital, das im reinen, leim- und schadstofffreien Vollholz-Bausystem «Holz100» hochgezogen wird – führt den staatlichen Leerlauf schmerzhaft vor Augen. Es zeigt: Radikal gesundes Bauen im Grossmassstab ist hier und jetzt möglich. Der Kontrast zum staatlich verordneten Klimadialog ist ein Offenbarungseid. Der private Pionier entscheidet pragmatisch, nutzt die bestehende Marktlösung und baut ein gesundes Gebäude. Der Staat hingegen hat sich mit dem starren Korsett des öffentlichen Beschaffungsrechts (IVöB/SVO) selbst die Hände gefesselt. Weil er ein solches System nicht direkt einkaufen darf, muss er die physikalische Einfachheit des leimfreien Holzbaus erst in ein absurdes, seitenlanges juristisches Kriterien- und Vergabemonster übersetzen, um Klagen von Beton-Lobbys zu verhindern. Die Bürokratie frisst die Innovation.

Der Zürcher Klimadialog ist in seiner jetzigen Form kein Werkzeug des Klimaschutzes, sondern eine gut bezahlte Beschäftigungstherapie für Verwaltungsangestellte, Berater und Funktionäre. Wenn der Kanton Zürich die Kreislaufwirtschaft ernst meint, muss er das Dialog-Theater beenden und den Fokus radikal vom Prozess auf das Produkt lenken. Das bedingt eine radikale Deregulierung: Weg mit komplizierten, schwammigen Zuschlagskriterien, die ohnehin nur von Grosskonzernen mit eigenen Rechtsabteilungen ausgehebelt werden. Die Bauordnungen müssen entschlackt werden. Zudem braucht es Pragmatismus vor Vergabewahn. Das Beschaffungsrecht muss so reformiert werden, dass nachweislich gesunde, schadstofffreie und bewährte Bestandssysteme von Gemeinden direkt und unbürokratisch gewählt werden dürfen. Solange der Staat Unmengen an Geld dafür aufwendet, den Fleischkäse neu zu erfinden, anstatt die seit Jahrzehnten bewährten Rezepte der Holzbau- Pioniere schlicht zuzulassen, bleibt der Klimadialog das, was er im Kern ist: Ein reines Instrument zur Vergrösserung und Legitimation des Staatsapparates unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit.

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über den Autor
Bruno Cogliati
SVP (ZH)
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