Profilierungsmorgen im Kantonsrat
Die Beschlüsse des Zürcher Kantonsrates vom 18. Mai 2026 zeigen einmal mehr die unterschiedlichen politischen Prioritäten im Kanton Zürich. Vorstösse rund um Biodiversität, Begrünung entlang von Verkehrsflächen oder die Förderung einzelner Bienenarten zeigen zudem, wie stark sich die Politik zunehmend mit Detailfragen beschäftigt – während zentrale Anliegen für effizientere Baubewilligungsverfahren oder die ökologische Produktion regionaler Lebensmittel abgelehnt werden.

Weggeworfene Dosen oder Plastik gelangen ins Futter. Spitze Metallteile (z. B. Alu) können bei Kühen tödliche Verletzungen auslösen. Bild: Zürcher Bauernverband
Der Kantonsrat hat sich zunächst ohne Gegenantrag für das neue und – man staune – schlanke Gesetz über die Bereitstellung von Grundstück- und Gebäudedaten (GBGG) ausgesprochen. Das Gesetz ermöglicht, gebäude- und grundstücksbezogene Daten auf einer zentralen Onlineplattform bereitzustellen, und unterstützt damit die vollständige Digitalisierung der damit verbundenen Prozesse.
Für ein kleines Gelächter im Ratssaal sorgte allerdings der GLP-Vertreter, der sein Votum wie folgt einleitete: Wir Grünen – äääh wir Grünliberalen – unterstützen diese Vorlage […]. Die GLP – im Zweifel leider mehr grün als liberal – Freudscher Versprecher oder Offenbarungseid der GLP?
Teuer, teurer, Veloweg
«Wegen fehlender Veloinfrastruktur ist im kantonalen Velonetzplan eine Schwachstelle ausgewiesen» – so lautet es im Bericht des Regierungsrates. Also investiert der Kanton erneut 7,5 Millionen Franken für verschiedene Verkehrsprojekte in Dübendorf, insbesondere auch stark in Veloinfrastruktur und Busbevorzugung. Im Vergleich handelt es sich bei diesem Veloweg um den teuersten der letzten Jahre, nur gerade der Veloweg in Dürnten ist mit 4300 Franken pro Meter etwas günstiger als das vorliegende Bauprojekt mit 4480 Franken pro Meter. Auch die SVP/ EDU-Fraktion hat sich schlussendlich entschieden, dem Objektkredit zuzustimmen, weil sehr viele Beteiligte mit diversen Teilprojekten in dieses Projekt eingebunden sind, die schon längere Zeit auf die Umsetzung warten.
Masslose Zuwanderung strapaziert alles
Ein Postulat von EDU, SP, GLP, Grünen, EVP und AL betreffend «Mehr Biodiversität entlang von Velowegen, Strassenbegleitflächen und Lärmschutzwänden» hat um das Aufzeigen von Biodiversitätsmassnahmen entlang von Verkehrsflächen ersucht. Kantonsrat Markus Bopp hat die Gelegenheit genutzt und in diesem Zusammenhang auch über «dumme Menschen» gesprochen. Nämlich über diejenigen, die ihren Abfall einfach aus dem Auto in die Landwirtschaftsflächen werfen, der dann von den Bauern tonnenweise eingesammelt und entsorgt werden muss. Littering sei ein totales Ärgernis und ein riesiges Problem, weshalb er stellvertretend für die Landwirtschaft Bereitschaft signalisiert hat, die Littering-Bussen markant zu erhöhen oder andere Lösungsvorschläge zu diskutieren.
Äs schläckt kei Geiss weg: Der Verlust von Biodiversität oder die Zubetonierung von Grünflächen ist auch eine direkte Auswirkung des masslosen Wachstums durch die unkontrollierte Zuwanderung. Wird der Boden überbaut, verliert er seine Durchlässigkeit für Wasser und Luft. Dadurch büsst er seine ökologische Funktion ein: Pflanzen können nicht mehr wachsen, die Biodiversität verschwindet, die Natur leidet. Auch darum braucht es die Nachhaltigkeits- Initiative gegen eine 10-Millionen- Schweiz.
Wer die Schweiz und unsere Natur liebt, stimmt am 14. Juni unbedingt JA zur Nachhaltigkeits-Initiative!