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SRF auf Drogen

Endlich einmal eine gute Unterhaltungssendung im Schweizer Fernsehen, dachte ich, als ich die Programmvorschau las.

 

Die hohen Zwangsgebühren lohnen sich also doch, dachte ich. Eine Komödie über einen Uniprofessor, der harte Drogen nimmt und öffentlich empfiehlt, es ihm gleichzutun. Was für eine originelle Idee, dachte ich. Dann schaltete ich den Fernseher ein und stellte fest: Das war gar kein Spielfilm, das war voller Ernst! In der Sendung «Sternstunde Philosophie» sass ein Schwarzer mit langen verfilzten Haaren und sagte, harte Drogen wie Heroin oder Crack seien eine tolle Sache.

Es handelte sich um Carl Hart, Professor für Psychologie an der Uni Columbia in New York. Ja, er konsumiere harte Drogen, offenbarte er gleich zu Beginn der Sendung. Kokain und Heroin nehme er regelmässig. Das sei völlig harmlos. Alles, was die Menschheit über Drogen zu wissen glaube, basiere auf Lügen. Als ein Ausschnitt einer TV-Reportage über Crack-Süchtige in ihrem Elend eingespielt wurde, machte ihn das wütend. Das seien Ausnahmefälle. Und sowieso, wieso man diese Leute interviewe? Die wüssten ja gar nichts über Drogen.

Auch die Verbote der Drogen hätten nichts mit deren Gefährlichkeit zu tun, sondern seien damals nur gemacht worden, um einen Grund zu haben, Schwarze verhaften zu können. Und das Alkoholverbot der 1920er-Jahre in den USA sei nur erlassen worden, um den Deutschen eins auszuwischen, die damals häufig Barbesitzer gewesen seien. Der Experte für Drogen und also auch Experte für Geschichte vergass aber, dass zum Beispiel in der Schweiz Drogen bereits zu einer Zeit verboten wurden, als hier noch gar keine Schwarzen lebten. Als Schwarzer werde auch er diskriminiert. Er sei am Flughafen kontrolliert worden, nur weil er schwarz sei! Haben das die Zöllner in Kloten so gesagt oder hatte er gerade wieder einen Drogenrausch? Sowieso ist Carl Hart auch noch Schweiz- Experte. Er behauptete, in der Bundesverfassung stehe das Recht auf Bewusstseinsveränderung. Wir Schweizer hätten also das Recht, Drogen zu nehmen.

Als ein Suchtforscher der Uni Zürich in einem Einspieler widersprach und betonte, dass früher oder später alle Drogenkonsumenten Probleme mit der Gesundheit bekämen und auch das Gehirn leide, spottete der Psychologe aus den USA nur. Er kenne den Zürcher Forscher nicht, aber der sei lächerlich und habe keine Ahnung. Er, Carl Hart, wisse viel mehr. Er habe sogar ein Buch geschrieben, um den Leuten die Angst vor Drogen zu nehmen. Deshalb leiste er einen grossen Beitrag für die Gesellschaft. Um ein solches Selbstbewusstsein zu erlangen, muss eine zünftige Portion Drogen nötig sein.

Die Philosophie-Sendung entpuppte sich also als erstklassige und spassige Unterhaltung. Bitte mehr davon, liebes Schweizer Fernsehen, dann sind die hohen Gebühren bald gerechtfertigt.

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