SRG jammert auf sehr hohem Niveau
Je näher die Abstimmung zur SRG-Initiative rückt, desto nervöser wird die SRG-Führung um die Generaldirektorin Susanne Wille. Die Begründung der SRG-Medienstelle: Interviews müssten sorgfältig ausgewählt werden, da Wille sehr viele Anfragen erreichen. Auch eine schriftliche Beantwortung von Fragen wurde abgelehnt. Wille hielt es nicht einmal für nötig, 20 kritische Fragen von «20 Minuten» zu beantworten.

Wer jetzt noch nicht abgestimmt hat, sollte so schnell wie möglich ein JA auf den Stimmzettel schreiben. Bild: SVP Kanton Zürich
«So nicht, Frau Susanne Wille! Wer über eine halbe Million Franken Lohn bezieht, muss nicht jammern, die SRG habe zu wenig Geld», sagt der Berner SVP-Nationalrat Thomas Knutti. Wenn sich die SRG-Direktorin täglich auf den «Service public» berufe und gleichzeitig behaupte, dieser könne künftig nicht mehr in allen Regionen sichergestellt werden, stellt sich eine berechtigte Frage: Wie kann man eine solche Drohkulisse aufbauen – und dabei ein Jahresgehalt von 518 000 Franken beziehen?
Höchste Rundfunkgebühren in Europa
Die SRG berichtet in vier Sprachen für eine Bevölkerung von über neun Millionen Personen. Rechtfertigt das den Umstand, dass die Rundfunkgebühren im europäischen Vergleich am höchsten sind – auch kaufkraftbereinigt? Bei einem Ja zur Initiative stünden der SRG rund 630 Millionen Franken an Gebührengeldern zur Verfügung, rechnet «20 Minuten» vor. Zusammen mit den jährlich bis zu 200 Millionen Franken aus kommerziellen Einnahmen wäre das Budget vergleichbar mit dem Medienumsatz von CH Media und Tamedia zusammen, die zusammen rund 60 Medienmarken betreiben (Print, Online, TV und Radio). Reicht dieses Geld wirklich nicht, um die Bevölkerung verlässlich zu informieren? Susanne Wille beantwortete diese und andere Fragen von «20 Minuten» einfach nicht.
Zu sich selbst finden …
Im Frühling startet die Doku-Serie «Shaolin Challenge» in einem südkoreanischen Tempel: «Promis» wie Melanie Winiger oder Tamy Glauser sollen unter Anleitung eines Shaolin-Meisters «zu sich selbst und zu ihrer inneren Stärke» finden. Eine Folge kostet 96 000 Franken. Sind Gebührengelder im Sinne des Service public hier richtig eingesetzt? Und für die SRG-Abstimmung zahlt die SRG-Trägerschaft einfach mal 400 000 Franken!
Interviews in einer so heissen Phase zu verweigern, zeugt von einer Hilflosigkeit. Die SRG positioniert sich in der Debatte als Verteidigerin des Service public und erklärt Entscheidungen und Zahlen, statt sich öffentlich zu entschuldigen, weil ein Schuldeingeständnis politisch als Schwäche ausgelegt werden könnte.
Linke Journalisten verteidigen ihr «Gärtli»
In der letzten Phase vor der Abstimmung setzt die SP Schweiz auf alle linken Journalisten, die vom Monopolsender profitieren können oder konnten; angeführt vom ehemaligen SRGChef und Europhilen Roger de Weck sowie dem heutigen SP-Nationalrat Ueli Schmezer. «Genossen helfen Genossen», schreibt süffisant die «Weltwoche». Das Kernargument der Gegner ist: «Milliardäre kontrollieren immer stärker, was die Menschen von Politik und Gesellschaft mitbekommen.» Es ist leider etwas anders. Die linke SRG kontrolliert mit Staatsgeldern, worüber überhaupt berichtet werden darf.
Die rote Hilfe
Diese prekäre Situation sieht man noch deutlicher in Deutschland, wo die Medien direkt und sehr einseitig einzig die Regierenden schützen. Oppositionsmeinungen werden von linken Journalisten direkt unterbunden. 820 000 Franken ist der SP die Unterstützung linker Journalisten wert. Es gehe um den Schutz der Demokratie, liess sich Co-Präsident Cédric Wermuth zitieren. Und übrigens: Eine Studie der ZHAW von 2024 zeigt: Journalistinnen und Journalisten schätzen sich hierzulande als wesentlich linker ein als die Gesamtbevölkerung. Und sie wollen auch von der roten Hilfe profitieren…