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Individualbesteuerung: Ein teures Experiment zulasten von Familien und Mittelstand

Als Treuhänder befasse ich mich tagtäglich mit Steuererklärungen, Familienbudgets und der finanziellen Realität von Ehepaaren und Familien. Ich sehe nicht theoretische Modelle, sondern konkrete Zahlen auf dem Tisch. Genau deshalb sage ich klar und unmissverständlich: Die geplante Individualbesteuerung ist der falsche Weg.

Bei Annahme der Vorlage würden Ehepaare neu wie geschiedene Personen behandelt. Bild: Pexels

Was als modern, gerecht und gleichstellend angepriesen wird, entpuppt sich in der Praxis als systematische Benachteiligung von Familien. Besonders betroffen sind Einverdiener- und Teilzeitfamilien mit Kindern – also genau jene Haushalte, die Verantwortung übernehmen, Betreuungsarbeit leisten und unsere Gesellschaft tragen. Während Doppelverdiener mit ähnlichen Einkommen und kinderlose Haushalte profitieren, zahlen viele klassische Familien künftig mehr.

Ein zentraler Schwachpunkt ist die geplante hälftige Aufteilung der Kinderabzüge. In meiner täglichen Arbeit sehe ich klar, was das bedeutet: Bei Familien mit nur einem relevanten Einkommen kann ein Teil dieser Abzüge gar nicht genutzt werden, weil der zweite Elternteil kaum oder keine Steuern zahlt. Die Kosten für Kinder fallen aber voll an – unabhängig von der Einkommensaufteilung. Das ist weder gerecht noch familienfreundlich, sondern schlicht realitätsfremd.

Grosser Mehraufwand für Ehepaare

Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der im politischen Diskurs kaum erwähnt wird, in der Praxis aber enormen Aufwand verursacht: Ehepaare müssten für die Steuererklärung faktisch jedes Jahr eine Art steuerliche «Scheidung» vollziehen. Einkommen, Vermögen, Vorsorge, Abzüge und Kinderkosten müssten detailliert auseinanderdividiert werden, um zwei separate Steuererklärungen korrekt auszufüllen. Das ist nicht nur lebensfremd, sondern erhöht den administrativen Aufwand und die Fehleranfälligkeit massiv.

Hinzu kommen die massiven finanziellen Folgen für Bund und Kantone. Die Reform verursacht Steuerausfälle von rund einer Milliarde Franken pro Jahr. Wer die Budgetdebatten verfolgt, weiss: Die politischen Mehrheiten wollen nicht sparen. Dieses Loch wird also nicht verschwinden, sondern früher oder später durch höhere Steuern, neue Abgaben oder schleichende Mehrbelastungen des Mittelstands gestopft.

Bürokratiemonster sondergleichen

Auch das Versprechen eines einfacheren Steuersystems hält nicht stand. Millionen zusätzlicher Steuererklärungen, neue Tarife und Gesetzesanpassungen in allen Kantonen bedeuten mehr Bürokratie, mehr Kosten und mehr Aufwand – sowohl für die Verwaltung als auch für die Steuerpflichtigen.

Ja, die sogenannte Heiratsstrafe muss korrigiert werden. Das ist unbestritten. Aber gezielt, fair und ohne neue Ungerechtigkeiten zu schaffen. Ein Steuersystem darf Familien nicht erziehen und unterschiedliche Lebensmodelle nicht gegeneinander ausspielen.

Darum empfehle ich am 8. März 2026 ein klares und überzeugtes NEIN zur Individualbesteuerung.

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SVP Kantonsrat (ZH)
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