Gemeindewahlen 2026 – Erfolgsrezept und Learnings
Während in manchen Gemeinden die Wahlen am kommenden Sonntag, 12. April, noch bevorstehen, durfte in Illnau-Effretikon die SVP bei den Gemeindewahlen bereits einen grossen Erfolg feiern. Mit dem Wiedereinzug in den Stadtrat und den neu 12 von 36 Sitzen im Stadtparlament (+3) haben wir unsere Ziele erreicht und teilweise übertroffen.

Bildlegende: Das Plakatsujet der Kantonalpartei gegen Vandalismus traf in der Stimmbevölkerung einen Nerv. Bild: Simon Binder
Dieser Fortschritt ist das Resultat harter Knochenarbeit und einer klaren Strategie aller Beteiligten. Die Learnings aus diesem Wahlkampf bieten Ansätze für die künftige politische Arbeit – auch über unsere Gemeindegrenzen hinaus.
Starkes Team – richtige Strategie
Der wichtigste Faktor war der geschlossene Auftritt. Das Wahlkampfteam einschliesslich der Kandidaten für die Exekutive arbeitete hervorragend zusammen. Während andere Parteien jeweils dutzende Köpfe für die unterschiedlichsten Behördenämter wild vermischten, standen unsere zwei Stadtratskandidaten stets im Fokus der Kampagne. Bei der Gestaltung der Werbeunterlagen darf man sich hier keinesfalls verzetteln, nur weil man es allen recht machen möchte.
Eine weitere Erkenntnis: Auch mit einem kostenbewussten Budget kann man gewinnen. Statt teurer Zeitungsinserate setzten wir auf eine eigene Wahlkampfzeitung sowie gezielt auf F4-Plakate und Blachenwerbung auf Baustellengittern an privaten Standorten. Da wir den besten Zugang zu den Bauernfamilien haben, müssen wir diesen Trumpf gezielt ausspielen. Und da die Kantonalpartei flächendeckend APG-Werbung einsetzte, ergänzte sich diese Vorgehensweise optimal. Weiter setzten wir mit unseren Give-aways wie bedruckten Konfitüren eines lokalen Hofladens ein glaubwürdiges Bekenntnis für das lokale Gewerbe und unsere regionalen Stärken.
Verbesserungspotenzial für die Zukunft
Trotz des Erfolgs lief nicht alles optimal. So lastete zum Beispiel die Wahlkampagne auch bei uns auf wenigen Schultern. Und als wäre der Wahlkampf nicht schon stressig genug, war der grassierende Vandalismus ein grosses Ärgernis. Zahlreiche unserer Plakate wurden systematisch beschädigt. Wir haben jeden Vorfall konsequent zur Anzeige gebracht. Die beschädigten Plakate ersetzten wir mit den von der Kantonalpartei zur Verfügung gestellten «Vandalen-Plakaten». Mit dem sympathischen Spruch «Lieber wählen als Plakate zerstören!» machen wir das Problem auf charmante Weise sichtbar, ohne aggressiv zu wirken.
Ein zeitliches Learning betrifft die Planung. Unsere Vorlaufzeit von drei Monaten war zu kurz und führte zu enormem Stress, der nur durch nächtliche Blitzaktionen aufgefangen werden konnte. Eine wirklich solide Kampagne muss fünf bis sechs Monate vor dem Termin aufgegleist werden. Die richtigen Köpfe für die künftigen Kandidaturen müssen also rechtzeitig gefunden werden. Hier gilt mehr denn je: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen – die Kandidatensuche für die Gemeindewahlen 2030 hat demnach bereits begonnen.
Gleichzeitig mahnt uns der Fall einer Illnau-Effretiker SP-Parlamentarierin zur Vorsicht, die wegen antijüdischen Twitter-Beiträgen während des laufenden Wahlkampfs von ihrer Partei ausgeschlossen wurde. Schadenfreude ist hier unangebracht, denn eine solche Krise kann jede Partei treffen und die Medien warten nur darauf, dass sich auch in unseren Reihen jemand angreifbar macht. Obschon die Kandidatensuche auch so schon bekanntermassen herausfordernd ist und wir engagierte Köpfe mit «Handkuss» nehmen, sind unsere Findungskommissionen gefordert, Kandidaturen künftig noch gründlicher zu prüfen.
Verantwortung wahrnehmen und mobilisieren
Der Wahlsieg bringt Verantwortung mit sich. Wir müssen jetzt liefern, damit das Pendel in vier Jahren nicht wieder nach links ausschlägt. Dieser Tatendrang muss uns alle erfassen – besonders im Hinblick auf den kommenden Sonntag, den 12. April 2026. Dann finden in weiteren Zürcher Gemeinden wichtige Wahlen statt. Die bürgerliche Wende ist möglich, das hat Illnau-Effretikon bewiesen! Nutzen wir diese Learnings für den Endspurt. Gehen Sie auf die Strasse und mobilisieren Sie Ihr Umfeld. Jede Stimme zählt, um unsere Gemeinden wieder auf einen bürgerlichen Kurs zu bringen. Packen wir es gemeinsam an!