Mitmachen
Artikel

EKZ: Gute Zahlen, aber offene Fragen…

Der Kantonsrat hat am vergangenen Montag die Rechnung und den Geschäftsbericht der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) für das Geschäftsjahr 2024/2025 genehmigt. Die Zahlen wirken auf den ersten Blick eindrücklich: Bei einem Umsatz von 1’003.6 Millionen Franken resultiert ein Gewinn von rund 189 Millionen Franken. Davon fliessen 35.1 Millionen Franken an den Kanton und 11.3 Millionen Franken an die Gemeinden.

Der Fokus muss auf einer sicheren, leistungsfähigen und verlässlichen Stromversorgung für den Kanton Zürich liegen. Bild: Pixabay

Doch wer genauer hinschaut, erkennt rasch: Der Löwenanteil dieses Gewinns stammt nicht aus dem eigentlichen Betrieb der EKZ. Entscheidend sind die Beteiligungserträge aus der Axpo Holding AG und der Repower AG. Allein die Axpo-Dividende beträgt 123.3 Millionen Franken, jene der Repower 40.3 Millionen Franken. Das operative Ergebnis der EKZ liegt dagegen nur noch bei 18.8 Millionen Franken – im Vorjahr waren es noch 53.5 Millionen Franken.

Damit wird klar: Die erfreuliche Gesamtrechnung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die operative Ertragskraft deutlich schwächer ausfällt. Das Fundament ist weniger robust, als es die Gewinnzahl vermuten lässt. Wenn gleichzeitig hohe Ausschüttungen an Kanton und Gemeinden erfolgen, obwohl der Gewinn grösstenteils aus Beteiligungserträgen stammt, drängt sich der Eindruck von Schönwetter-Politik auf: Solange ausserordentlich hohe Erträge fliessen, wird verteilt und gefeiert, obwohl die operative Basis erkennbar schwächer geworden ist.

Richtig und wichtig sind die hohen Investitionen ins Stromnetz. Wöchentlich rund zwei Millionen Franken ins eigene Netz zu investieren, zeigt, wo der eigentliche Auftrag der EKZ liegt: bei einer sicheren, leistungsfähigen und verlässlichen Stromversorgung für den Kanton Zürich. Genau darauf muss der Fokus liegen.

Kritisch bleibt dagegen das Engagement bei der Eltop AG. Zwar wurde die Rentabilität verbessert, doch ein EBIT von 1.2 Millionen Franken bei 93 Millionen Franken Umsatz ist für ein Elektroinstallationsunternehmen mit rund 420 Mitarbeitenden kein starkes Ergebnis. Hier stellt sich weiterhin die grundsätzliche Frage, ob ein staatliches Unternehmen in diesem Marktsegment überhaupt in dieser Form tätig sein soll. 

Auch die Auslandinvestitionen in Solar- und Windanlagen verdienen eine kritische Prüfung. Solche Engagements mögen bilanziell sinnvoll erscheinen, leisten aber keinen direkten Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz. Gerade in energiepolitisch anspruchsvollen Zeiten ist das schwer zu erklären.

Die Rechnung der EKZ ist genehmigungsfähig. Aber sie ist kein Freipass. Wer Verantwortung für ein staatliches Unternehmen trägt, muss genauer hinschauen – gerade dann, wenn die Zahlen auf den ersten Blick glänzen.

über den Autor
SVP Kantonsrat, Kantonsrat (ZH)
weiterlesen
Kontakt
SVP des Kantons Zürich, Lagerstrasse 14, 8600 Dübendorf
Telefon
044 217 77 66
Fax
044 217 77 65
E-Mail
Social Media
Besuchen Sie uns bei:
Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten und Zugriffe auf unsere Webseite analysieren zu können. Ausserdem geben wir Informationen zur Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen
Ich bin einverstanden