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Blasse Banknoten

Neulich wurde bekannt, wie die neuen Schweizer Banknoten aussehen werden. Viele Leute waren enttäuscht, kommen die neuen Scheine doch etwas gar blass daher.

Die neuen Bankennoten werden um einiges langweiliger daherkommen als die jetzigen. Bild: SVP Schweiz

Dafür gibt es aber eine Erklärung. Die Entstehung muss nämlich folgendermassen ausgesehen haben: Die Gestaltung der Geldscheine gibt der Bankrat der Nationalbank in Auftrag. Immer wenn das der Fall ist, läuten die Telefone Sturm. Als erster meldete sich wie immer Roger Schawinski. Dessen Forderung, eine 24 Franken-Note einzuführen, blieb aber auch in diesem Jahr chancenlos.

Gezanke im Bundesrat

Aufgeschlossener zeigte sich der Bankrat gegenüber den Bundesräten. Diese sähen ihre Gesichter gerne auf den Geldscheinen. Doch da begann das Problem: Es gibt nur sechs Noten, einer der Bundesräte hätte also verzichten müssen. Ein nicht namentlich genannt werden wollender Bundesrat aus dem Tessin hatte die Lösung sofort parat: Auf allen sechs Scheinen sollte der beste aller Bundesräte verewigt werden – also er. Diese Aussage führte im Bundesratszimmer zu einem wüsten Handgemenge. Danach einigte man sich, die sechs abzubildenden Bundesräte mittels des Spiels Schere, Stein, Papier zu küren. Alle anderen Spiele ausser Kinderspiele kamen nicht in Frage, weil sie dem Bundesrat aus Basel zu kompliziert waren. Und einen Jass klopfen ging sowieso nicht, denn eine ebenfalls anonym bleiben wollende Bundesrätin aus dem Welschland weigerte sich, mit Karten zu spielen, auf denen keine Unterinnen, Oberinnen und Königinnen abgebildet waren. Bei der ersten Runde von Schere, Stein, Papier schied einer der Bundesräte aus, weil jemand mit einer richtigen Schere spielte und damit einen Mitspieler verletzte, der folglich davoneilen musste, um sich verarzten zu lassen. Das Problem der Überzahl hatte sich also erledigt. Nun ging das Theater aber erst richtig los: Jeder wollte auf der Tausendernote abgebildet werden, bis jemand sagte, die kleinen Noten würden häufiger durch die Hände der Bevölkerung gehen. Und die Bundesrätin aus dem Welschland forderte auf mindestens drei Noten das Bild einer Frau. Dann kamen auch noch die Farben ins Spiel. Pro Person oder pro Partei eine Farbe? Das Chaos war perfekt.

Blass, farblos und langweilig

Ein paar Bundesräte wollten sich sofort der EU anschliessen, um die Diskussion durch die Übernahme des Euro zu beenden. Wieder andere hätten das Bargeld gleich ganz abgeschafft, wenn es neulich durch eine Volksabstimmung nicht in der Verfassung verankert worden wäre. Immer diese störende Demokratie! Aus Freude und Erleichterung darüber, dass das Volk immerhin bei der Gestaltung der Banknoten nicht mitreden darf, einigte man sich schlussendlich auf einen Kompromiss: Die Noten sollten so aussehen, dass sie den Bundesrat perfekt widerspiegeln, ohne aber dessen Köpfe zu verwenden: So kam es, dass die neue Serie blass, fast farblos und sehr langweilig daherkommt.

 

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