Unsere Schweiz. Unsere Verantwortung.
Die Schweiz gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Ländern der Welt. Gleichzeitig steht sie vor grossen Herausforderungen: Die anhaltend hohe Zuwanderung belastet die Infrastruktur, Wohnraum wird knapper, Verkehrswege stossen vielerorts an ihre Grenzen und die Ansprüche an den Staat wachsen stetig. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf jene Grundlagen, die unser Land stark gemacht haben.

Freiheit, direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern müssen gepflegt und verteidigt werden. Bild: Pixabay
Die Schweiz verdankt ihre starke Ausgangslage keinem Zufall. Sie ist das Ergebnis eines Staatsmodells, das auf Freiheit, Eigenverantwortung und Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger baut. Die direkte Demokratie gibt dem Volk das letzte Wort. Der Föderalismus sorgt dafür, dass Entscheidungen möglichst nahe bei den Menschen getroffen werden. Die Neutralität verschafft unserem Land Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit und Handlungsspielraum.
Dazu kommen eine leistungsfähige Wirtschaft, starke KMU, solide Staatsfinanzen und ein Milizsystem, das Verantwortung breit in der Gesellschaft verankert. Ob in den Gemeinden, in Parlamenten, Vereinen oder Feuerwehren – überall engagieren sich Menschen neben Beruf und Familie für das Gemeinwohl. Dieses Zusammenspiel aus politischer Mitbestimmung, wirtschaftlicher Freiheit und persönlichem Einsatz hat Wohlstand, Stabilität und Sicherheit ermöglicht.
Wenn das Gleichgewicht kippt
Dieses Erfolgsmodell steht jedoch unter Druck. Die Bevölkerung wächst schneller als die Infrastruktur. Gleichzeitig nehmen Regulierungen und Bürokratie zu. Immer häufiger wird nach neuen staatlichen Vorschriften gerufen, statt auf Eigenverantwortung, gesunden Menschenverstand und unternehmerische Freiheit zu setzen.
Auch von aussen wächst der Druck. Internationale Organisationen und ausländische Partner versuchen immer wieder, Einfluss auf den schweizerischen Weg zu nehmen. Dabei geht leicht vergessen, dass unser Land gerade deshalb erfolgreich wurde, weil es eigenständige Lösungen entwickelt hat – angepasst an unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere politischen Institutionen.
Freiheit, direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen gepflegt, verteidigt und immer wieder mit Leben gefüllt werden. Nur so bleibt die Schweiz auch in Zukunft selbstbestimmt, sicher und handlungsfähig.
Ein richtungsweisender politischer Herbst
Nach einer kurzen sommerlichen Verschnaufpause nimmt die politische Agenda rasch wieder Fahrt auf. Bereits Ende September stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Neutralitätsinitiative und die Ernährungsinitiative ab. Im Kanton Zürich gelangen zudem das Lehrpersonalgesetz sowie die Änderungen des Patientinnen- und Patientengesetzes und des Gesundheitsgesetzes an die Urne.
Nur zwei Monate später folgen auf Bundesebene weitere wichtige Entscheidungen. Im November befinden Volk und Stände über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Volksinitiative zur Einschränkung von Feuerwerk, die Volksinitiative zur Abschaffung der steuerlichen Benachteiligung verheirateter Paare sowie über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes.
Die einzelnen Vorlagen betreffen unterschiedliche Politikbereiche. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Grundsatzfragen aufwerfen: Wie viel Eigenverantwortung trauen wir den Menschen zu? Welche Aufgaben soll der Staat übernehmen? Wie sichern wir Wohlstand, Freiheit und Unabhängigkeit für kommende Generationen?
Diese Debatten verdienen eine sachliche und engagierte Auseinandersetzung. Denn die Zukunft der Schweiz entscheidet sich nicht von selbst. Sie hängt davon ab, ob Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen, sich politisch einbringen und bereit sind, für bewährte Werte einzustehen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien einige erholsame Sommertage. Bereits in wenigen Wochen starten wir gemeinsam mit frischem Elan in einen politisch intensiven Herbst. Wir freuen uns darauf, die bevorstehenden Abstimmungen im «Zürcher Bote» einzuordnen und mit Ihnen über die Zukunft unseres Landes und unseres Kantons zu diskutieren – mit Überzeugung, Weitsicht und dem gemeinsamen Ziel, die Schweiz auch in Zukunft frei, sicher und erfolgreich zu erhalten.