Stichentscheide sind g .. l
«Es ist unabdingbar, dass wir nächsten April Sitze dazugewinnen.»

Es braucht jede Stimme, damit ab April 2027 wieder die bürgerliche Mehrheit herrscht. Bild: Parlamentsdienst
Aus Sicht der Kantonsratspräsidentin ist es natürlich ein tolles Gefühl, wenn man das Zünglein an der Waage ist und seiner eigenen Fraktion bei einem Anliegen zum Durchbruch verhelfen kann. Aber wissen Sie, was noch viel besser wäre? Wenn nach den nächsten Kantonsratswahlen im April 2027 die Mehrheiten so sind, dass es gar keinen Stichentscheid mehr braucht. Einfach, weil im Rat dann eine bürgerliche Mehrheit unsere Anliegen einfach durchwinken kann.
Eine bürgerliche Mehrheit muss her
Als am vorletzten Montag die Kopftuchdebatte und auch die Handydebatte zu unseren Gunsten entschieden wurden, war das hoffentlich ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es nach den Kantonsratswahlen wieder sein könnte, ja sein sollte. Es ist ja nicht so, dass unsere Fraktion nicht sehr viele gute und wichtige Vorstösse einreichen würde. Aber leider erleiden die allermeisten dieser Vorstösse schon Schiffbruch bei der Überweisung bzw. eben Nicht-Überweisung an die Regierung. Aus dem einfachen Grund, weil wir keine Mehrheiten haben. Und das mantramässige Herbeischreiben der linken Presse, dass der Zürcher Kantonsrat doch eigentlich bürgerlich sei, wird praktisch jeden Montag demontiert. Zur Erinnerung: Der Rat ist nach links gerutscht, seit mehr Frauen dabei sind. Diese stimmen im Grundsatz linker als die Männer. Die lobenden Ausnahmen sind selbstverständlich und glücklicherweise die SVP-Frauen. Und da neuerdings auch die «Mitte-Parteien» wie EVP, Die Mitte und GLP überproportional viele Frauen im Rat haben, wird es für die Bürgerlichen immer schwieriger, ihre Anliegen durchzukriegen. Zumal auch bei der FDP auffällig viele junge Frauen am Start sind, die in der Tendenz die linken Anliegen unterstützen. Es ist also unabdingbar, dass wir in den nächsten Wahlen Sitzgewinne haben – und zwar nicht auf Kosten der FDP. Das würde rechnerisch dann leider rein gar nix bringen.
Jetzt beginnt die Mobilisierung
Was ist zu tun? Die Antwort ist gleichzeitig so einfach wie kompliziert: Wir müssen unsere Basis wieder vermehrt an die Urne bringen. Und mit der Basis auch all die vielen Nichtwähler, die Frustrierten, die Unentschlossenen. Die Rechnung ist relativ einfach: Die SVP hat über 10 000 Mitglieder im Kanton Zürich. Wenn nun jedes einzelne Mitglied nur schon 1 – zur Verdeutlichung: EINEN – zusätzlichen Bürger an die Urne bringt, der die SVP-Liste einwirft, dann werden wir mit Garantie substanzielle Sitzgewinne verzeichnen können.
Und jetzt zum komplizierten Teil: Die Arbeit beginnt JETZT! Beginnen Sie jetzt mit dem Überzeugen Ihrer Vereinsgspänli, Ihrer Nachbarn, Ihrer Verwandten, Ihrer Bekannten. Die aktuelle Grosswetterlage mit Kriegen, Energieversorgungsthemen, Migration spielt uns hier beim Überzeugen sicher in die Hände.
Der Wahlaufruf mag für einige jetzt etwas überraschend und vor allem zu früh erscheinen, aber die Zeit bis zu den Wahlen vergeht wie im Flug. Und genau jetzt, in dieser Zeit, BEVOR der eigentliche Wahlkampf losgeht, machen wir den Boden gut, der uns zu Mehrheiten verhilft.
Ich werde dann vielleicht keine Stichentscheide mehr fällen können. Aber wissen Sie was? Mit einer komfortablen Mehrheit im Rücken ist das Amt der Kantonsratspräsidentin dann noch viel g .. ler!