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163 000 Franken Lohn pro Jahr sind nicht genug?

Alle paar Jahre fordert die Lehrergewerkschaft höhere Löhne. Mittlerweile verdient man im Kanton Zürich als Kindergärtnerin oder Primarlehrer ohne Berufserfahrung vom ersten Tag an 100 000 Franken im Jahr – im Laufe der Jahre dann automatisch immer mehr, bis zu 153 000 Franken. Bei Sekundarlehrern sind es sogar 163 000 Franken. Was hingegen sinkt statt steigt, ist die Bildungsqualität.

SVP, FDP und EDU sagen zusammen mit 102 Gemeinden klar NEIN zum Lehrpersonalgesetz. Bild: zVg

Das endlose Gejammer der Lehrergewerkschaft hat sich ausgezahlt: Lehrer gehören inzwischen zu den bestbezahlten Berufsleuten. Schon die Einstiegslöhne liegen im Kanton Zürich 12 000 bis 20 000 Franken über denjenigen in unseren Nachbarkantonen. Der Maximallohn sogar 20 000 bis 30 000 Franken höher. Doch der Lehrergewerkschaft ist das immer noch nicht genug. Die linken und grünen Parteien, bei denen die Lehrer stark vertreten sind, nahmen die masslosen Forderungen auf und sorgten zusammen mit der Mitte- Partei für eine Mehrheit, die die Lehrerlöhne ein weiteres Mal erhöhte. Nur die SVP, die EDU und die FDP stellten sich dagegen und ergriffen das Referendum. Nun darf das Stimmvolk am 27. September darüber befinden, ob jeder Lehrer nochmals einige Tausender pro Jahr mehr verdienen soll.

Steuererhöhungen zugunsten von Topverdienern?

Weil die Gemeinden 80 Prozent der Lehrerlöhne bezahlen müssen und der Kanton nur 20 Prozent, schlossen sich auch 102 Gemeinden zusammen, um sich gemeinsam gegen die Änderung des Lehrpersonalgesetzes zu engagieren. Die jährlich wiederkehrenden Mehrkosten würden sich nämlich auf 83 Millionen Franken belaufen. Steuererhöhungen wären vorprogrammiert. Besonders schlimm daran ist, dass dieses viele Geld unsere Volksschule nicht im Geringsten verbessern würde. Auch die Schüler hätten rein gar nichts davon. Nur die Lehrer würden profitieren. Noch mehr Geld also für eine stetig sinkende Bildungsqualität. Noch mehr Lohn für eine jetzt schon hochbezahlte Berufsgruppe.

Höhere Löhne beseitigen die Probleme nicht

Die Probleme unserer Volksschule sind zahlreich. Die Bildung leidet unter den Reformen der letzten 20 Jahre, die gegen den Willen der SVP durchgesetzt wurden: Die Integration um jeden Preis, die Fremdsprachen auf Primarstufe, die Degradierung des Lehrers zum Lerncoach und das Lernen nach Lust und Laune, um nur einige der Probleme zu nennen, die den Schulbetrieb erschweren. Die Lehrer beklagen sich bezeichnenderweise auch nicht über ihren Lohn, sondern über die belastende Alltagssituation. Wenn schulisch starke Schüler mit Kindern in einem Zimmer sitzen, die verhaltensauffällig sind oder die nicht einmal Deutsch sprechen, dann ist das Chaos die logische Konsequenz. Das spüren die Lehrer an jedem Tag. Doch diese Probleme werden nicht beseitigt, indem man den Lohn erhöht. Man besänftigt damit die unzufriedenen Lehrer, aber das ist nicht nachhaltig.

Nicht nur der Lehrberuf wurde anstrengender

Ja, der Lehrberuf wurde in den letzten zwanzig Jahren anspruchsvoller und stressiger, aber welcher Beruf wurde das nicht? Die fordernden Eltern sind die zeitraubenden Kunden in der Privatwirtschaft, und die unerzogenen Schüler sind die arbeitsscheuen Lehrlinge in den Gewerbebetrieben. Auch jeder Büroberuf wird mit E-Mails geflutet, und die Digitalisierung hat auch jeden anderen Beruf verändert. Doch die Lehrergewerkschaft hat es meisterhaft geschafft, die Lehrtätigkeit so darzustellen, als ob es sich um den einzig anstrengenden Beruf handle, der angeblich auch noch unterbezahlt sei. Die allermeisten Leute wären vor diesem Abstimmungskampf nicht im Traum auf die Idee gekommen, wie hoch die Lehrerlöhne wirklich sind.

13 Wochen Ferien

Jetzt ist die Lehrergewerkschaft mit einem neuen Argument gekommen: Der durchschnittliche Lehrer mache angeblich acht Wochen unbezahlte Überzeit pro Jahr. Eine reine Behauptung, die niemand beweisen kann. Der Lehrberuf ist und soll auch kein Job mit Stempeluhr sein. Es war schon immer so, dass es Lehrer gab, die viel mehr leisteten als andere, mit sicher vielen Wochen, die mehr als 50 Arbeitsstunden zählen. Die 13 Wochen Schulferien entschädigen dafür aber mehr als genug. Die wenigsten Lehrer verwenden von dieser Zeit mehr als zwei oder drei Wochen für die Vorbereitung des nächsten Semesters. Zudem gibt es auch die anderen Lehrer, die so gut wie nichts vorbereiten und nie Hausaufgaben korrigieren. Die Änderung des Lehrpersonalgesetzes würde aber alle Lehrer mit mehr Lohn beglücken – die hervorragenden Lehrer und die Nullnummern gleichermassen.

Zurück zum Kernauftrag

Anstatt die Löhne zu erhöhen, sollten also gezielt die belastenden Probleme angegangen werden. Die SVP wüsste, wie das geht: Die meisten Reformen der letzten 20 Jahre sollten rückgängig gemacht werden, die Schule sich wieder auf ihren Kernauftrag konzentrieren. Der durchschnittliche Lehrer arbeitet nur 84 Prozent seiner bezahlten Zeit mit und für die Schüler, die übrigen 16 Prozent werden mit vom Schulleiter angeordneten Projektgruppen oder sinnlosen Weiterbildungstagen verschwendet. Und ja, auch das Ausräumen des Geschirrspülers im Lehrerzimmer wird als Arbeitszeit angerechnet. Die 84 Prozent müssten unbedingt erhöht werden, der Lehrer soll dafür da sein, zu unterrichten. Solange die Probleme unserer Schulen mit immer mehr Geld zugedeckt werden, wird sich nichts verbessern. Darum muss die Änderung des Lehrpersonalgesetzes im September unbedingt abgelehnt werden. Nur so wird der Weg frei für gute Lösungen.

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SVP Kantonsrat (ZH)
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