Die Gängelung des Bürgers an allen Fronten
Offenbar ist Essen keine Privatsache mehr. Ende September stimmen wir über den Vegan-Zwang der Ernährungsinitiative ab. Daneben will der Bund Werbung für ungesunde Lebensmittel massiv einschränken.

30 Minuten vor und nach Kindersendungen soll keine Werbung mehr für Süsses und Fettiges zu sehen sein. Bild: pixabay
Schokolade ist beliebt, auch bei Kindern. Das stört den Bund. Er will Werbung für zu süsse, zu salzige und zu fette Produkte massiv reduzieren. Was ungesund ist, sagt natürlich der Bund. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verhandelt derzeit mit der Lebensmittelbranche über eine «freiwillige Selbstregulierung».
Verbannung von Werbung für Kinder
Werbung für ungesunde Produkte, die sich speziell an Kinder unter 13 Jahren richtet, soll praktisch verbannt werden. Vor allem die Schulen sollen vor Werbung geschützt werden. Auch in einem Umkreis von hundert Metern um die Schulen will man Werbung verbieten.
Keine Glacé-Reklame in Kinos
Das BLV plant noch weitere Bevormundung. Im Fernsehen und im Radio soll künftig eine hal30 Minuten vor und nach Kindersendungen soll keine Werbung mehr für Süsses und Fettiges zu sehen sein. Bild: pixabaybe Stunde vor und nach einer Kindersendung keine Werbung mehr für Süsses und Fettiges zu sehen sein. Im Kino soll «Junk-Food-Werbung» ebenfalls nicht mehr abgespielt werden dürfen, wenn ein Film für unter 13-Jährige freigegeben ist. Das heisst, es darf keine Glacé-Reklame gezeigt werden, auch wenn das Kind mit seinen Eltern im Kino sitzt.
Das BLV will mit diesen ziemlich extremen Massnahmen die Eltern entlasten. Ist das wirklich die Aufgabe dieser Behörde? Wäre Aufklärung und Information nicht besser? Zu viel Süsses und Fettiges kann ernsthafte Folgen haben: An Schweizer Schulen und Kindergärten ist eines von fünf Kindern zu dick. Aber Chips oder Schokolade sind erlaubte Produkte und nicht illegale Substanzen.
Verbot per Selbstverpflichtung
Ein staatliches Lenken von Essgewohnheiten ist überall im Vormarsch. So will man in Deutschland eine Zuckersteuer und eine Abgabe auf Süssgetränke einführen. Davor haben die hiesigen Lebensmittelfirmen und Detailhändler mit Recht Angst. Sie sind offenbar bereit, mit dem Bund über eine «freiwillige Selbstverpflichtung» zu reden. Das Ziel ist eine Reduktion der Werbung für zu süsse, salzige, fettige und energiereiche Lebensmittel und Getränke, die sich an Kinder unter 13 Jahren richtet. Die Bedingungen: Die Selbstregulierung muss über die gesamte Branche erfolgen und alle relevanten On- und Offline-Werbekanäle abdecken, über die Kinder unter 13 Jahren zahlreich und gezielt erreicht werden. Die Werbereduktion müsse nach dem BLV wissenschaftlich fundiert anhand des Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) erfolgen. Das Ziel ist die Einführung der Massnahmen für 2027. Das Volk wird nichts dazu zu sagen haben.
Einschränkung der Konsumfreiheit
Während der Bund bereits in die Konsumentengewohnheiten seiner Bürger eingreift, will nun die extreme Ernährungsinitiative in der Verfassung eine vegane Ernährung festschreiben. Der Vegan-Zwang wurde aber von allen Parteien abgelehnt. Er würde die Konsumfreiheit massiv einschränken und die Preise fürs Essen erhöhen. Der Bürger wird gegängelt. Ob mit Werbepolizei oder Vegan-Zang ist einerlei.