Grüne Fantasien verspotten die Realität
Treue Leser des «Zürcher Boten» wissen: Bei fast jeder zweiten Sitzung (gefühlt jeder Sitzung) des Kantonsrates geht es um das Klima. Am vergangenen Montag war es wieder so weit. Interessanter waren darum die Fraktionserklärungen zu aktuellen Geschehnissen.

v.l.n.r.: KR Alexander Seiler, der neu gewählte Martin Hirs, der neu gewählte Marco Bühler, KR Marion Matter, KR Tobias Weidmann. Bild: zVg
Der Tag begann erfreulich: Gleich zwei Vertreter der SVP wurden glanzvoll mit 145 Stimmen ans Baurekursgericht gewählt: Marco Bühler und Martin Hirs. Anschliessend ging es um ein Klima- Postulat, das der Regierungsrat inzwischen erledigt hatte, indem Massnahmen für kühlere Schulzimmer geprüft worden waren. Externe Spezialisten hatten zwei Jahre lang Messungen zu Temperaturen und CO2-Gehalt durchgeführt und dadurch herausgefunden, dass es im Sommer in den Schulzimmern manchmal heiss werden kann. Auf diese grandiose Erkenntnis konnte wirklich niemand kommen. Gut, dass für diese Spezialisten ein kleines Vermögen ausgegeben wurde. Peter Schick (SVP) wies darauf hin, dass normale Menschen das Fenster öffnen und lüften, wenn aufgrund des hohen CO2-Gehalts die Luft stickig ist. Das geht auch ohne teure Experten.
Kluge Köpfe in Asien
Eine Sprecherin der Grünen sagte, dass es keine Hitze in den Schulzimmern gäbe, wenn man endlich gegen die Klimaerwärmung vorgehen würde. Natürlich, wenn wir in Zürich die Steuern auf Benzin erhöhen, nimmt die weltweite Temperatur noch heute ab. Dieses Postulat trug den hübschen Titel «Kühle kluge Köpfe in kantonalen Schulen ». Der Fehler lag also bereits im Titel. Die Köpfe sind nämlich nicht mehr so klug wie auch schon. Deutlich zeigen das die letzte Woche veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Tests. Die Fraktionserklärung von SVP und FDP wies darauf hin, dass die Schweizer Schüler seit 15 Jahren immer schlechter abschneiden. Einerseits belasten die vielen fremdsprachigen Kinder den Schulalltag, andererseits versagen aber auch die neuen pädagogischen Konzepte. Schreiben nach Gehör, Lernen nach Lust und Laune und das integrative System, bei dem alle Kinder – von den gescheitesten bis zu den fremdsprachigen – in einem Zimmer sitzen, zeigen nun deutlich ihren Misserfolg.
Grüne Köpfe in Zürich
Die Grünen sahen das natürlich ganz anders. In ihrer Fraktionserklärung baten sie darum, nicht so negativ zu sein. Es sei doch alles bestens, die Schweiz liege in den vorderen Rängen. Vergessen ging allerdings, dass – ausser den asiatischen Nationen an der Spitze – alle Länder stets schlechter werden. Nur darum ist die Schweiz noch immer vorne dabei. Inhaltlich zwar falsch war die grüne Stellungnahme immerhin frei von Grammatikfehlern. Als Kantonsrat muss man lernen, am Montag jeweils schon mit wenig zufrieden zu sein.
Bei einer weiteren Fraktionserklärung der SVP und FDP ging es um den Wirtschaftsstandort Zürich. Unser Kanton hat die schweizweit höchsten Unternehmenssteuern. Die Bank Vontobel zieht weg und auch Zimmer Biomet kündigte an, gegen 700 Arbeitsplätze in die USA zu verschieben. Marcel Suter (SVP) betonte, dass Zürich unbedingt wieder attraktiver werden müsse.
Faire Köpfe in der Wirtschaft
Die linksgrüne Seite sah natürlich auch das völlig anders und bemühte in ihrer Fraktionserklärung die Kampf-Rhetorik aus der sozialistischen Mottenkiste. Der Regierungsrat wurde aufgefordert, Vereinbarungen mit den Unternehmen zu erarbeiten, damit diese einen fairen Beitrag leisten. Unter «fair» verstehen Linke noch mehr Geld für den Staat. Von den Steuermilliarden der Wirtschaft, die jedes Jahr die Staatskassen füllen, scheint die linke Seite noch nie gehört zu haben.
Am Schluss wurde noch der Raumplanungsbericht des grünen Baudirektors abgenommen. Mit noch mehr Verdichtung soll unser Kanton fit gemacht werden für noch mehr Zuwanderung. Wir kopieren die anonymen Hochhausstädte Asiens. Die asiatische Bildungsqualität hingegen kopieren wir nicht.