Gut gemeint ist auch daneben
Die Wahlen sind geschlagen, die SVP hat an Sitzen zugelegt, ebenso die FDP und Die Mitte.

Die Angst, einzelne Ausländergruppen zu stigmatisieren, indem man Gewaltprävention auch in ihren Sprachen anbietet, ist so gross, dass man lieber eine wirkungslose Massnahme finanziert. Bild: Stadt Zürich
Weil die Grünliberalen und die EVP aber eingebrochen sind, konnte die tiefrotgrüne Mehrheit aus SP, Grünen und AL dennoch nicht geknackt werden. Dies ist die Kurzzusammenfassung der Stadtzürcher Gemeinderatswahlen 2026 – mit Ernüchterung stellt man fest, dass Zürcherinnen und Zürcher noch lange nicht genug haben von linker Bevormundung, Umverteilung und hohen Steuern. Und so wird der alltägliche Wahnsinn auch die nächsten vier Jahre ungehindert weitergehen.
Ein Beispiel gefällig? Letzte Woche wurde die neueste, wohlgemerkt millionenteure Plakatkampagne der Stadt Zürich zum Thema häusliche Gewalt vorgestellt. Auf den Plakaten sind Menschen mit verschränkten Armen zu sehen, das Gesicht abgeschnitten, und darüber der Slogan «Gewalt macht dich nicht zum Mann. Zuhören schon» – wobei der Nachsatz von Plakat zu Plakat variiert. Hinter der objektiv gut gemachten Kampagne stehen mit Sicherheit hehre Absichten. Sie hat aber einen grossen Makel: Es gibt sie nur auf Deutsch. Gemäss Zahlen des Bundesrats werden ausländische Männer zweieinhalbmal öfter der häuslichen Gewalt angeklagt als Schweizer Männer – wobei Eingebürgerte wie immer ausgenommen sind. Selbst ausländische Frauen wenden gemäss Statistik zu Hause öfter Gewalt an als Schweizer Männer. Dennoch findet es die Stadt Zürich offenbar ausreichend, eine solche Kampagne nur auf Deutsch zu fahren. Ausgerechnet diese Stadt, in der die meisten städtischen Angebote auch auf Albanisch, Arabisch, Türkisch und in anderen Sprachen angeboten werden, damit ja kein Neuzuzüger, egal aus welch exotischen Landen er nach Zürich gekommen ist, eine der zahlreichen städtischen Segnungen verpasst. Die Angst, einzelne Ausländergruppen zu stigmatisieren, indem man Gewaltprävention auch in ihren Sprachen anbietet, ist so gross, dass man lieber eine wirkungslose Massnahme finanziert. Realsatire pur, man wähnt sich in einem Monty- Python-Film.
Das Vorgehen offenbart aber noch grundlegendere Mängel: Wer, sofern er sie denn versteht, soll mit einer solchen Kampagne überhaupt erreicht werden? Ist man in der Stadtverwaltung wirklich der Meinung, dass ein Unhold, der zu Hause seine Frau schlägt, an so einem Plakat vorbeiläuft, sich überrascht an den Kopf fasst und danach mit einem Blumenstrauss zu Hause auftaucht und sich entschuldigt?
Die Kampagne mag gut gemeint sein. Sie ist aber vor allem eines: hilflos. Was Zürich wirklich braucht, ist mehr Repression gegen Gewalttäter jeglicher Herkunft, eine eigenständige Steuerung der Zuwanderung und nicht zuletzt ernstgemeinte und professionelle Beratungsangebote für Opfer von häuslicher Gewalt, und zwar nicht nur auf Deutsch. Schliesslich sind auch die Opfer von solchen Straftaten mehrheitlich Ausländerinnen.