Hochsommerliche Hundstage
Für Politiker gibt es ein gefährliches Minenfeld, das sie grossräumig umgehen sollten: das Thema Hunde. Ein spazierender Volksvertreter sollte den ihm entgegenkommenden Hundehaltern entzückt zurufen: «Was für ein wunderschöner Hund!» Begegnet er aber hundelosen Spaziergängern, sollte er sich genauso entzückt freuen: «Schön, dass auch noch Menschen unterwegs sind ohne einen streunenden Köter!»

SP-Stadträtin Simone Brander will niedliche Dackel vom Sihlufer verbannen. Bild: Pixabay
Viele vorbildliche Hundehalter halten unsere Landschaft sauber. Sie entsorgen das dicke Geschäft ihres Hundes zuverlässig-vorschriftsmässig mit Plastiksäcken im Robbidog. Manche Bauern beklagen sich aber über rücksichtslose Hundehalter, die ihre Lieblinge auf Wiesen, Äckern und Feldern herumtollen und nach Belieben koten lassen. Das Ausscheiden von Krankheitserregern und die Futterverschmutzung sind ihnen egal. Stellt man solche «Tierfreunde» zur Rede, äussern sie oft die Ansicht, ihr Verhalten sei ihr gutes Recht. Weil das Landwirtschaftsland ohnehin Allgemeingut sei und allen gehöre.
Pünktlich auf die hochsommerlichen Hundstage ist in der Stadt Zürich ein Hundekrieg ausgebrochen. Die SP-Stadträtin Simone Brander hat die Allmend entlang dem rechten Sihlufer zur hundefreien Zone erklärt – angeblich im Interesse der Spaziergänger und Velofahrer. Gegen die Wegnahme dieses «Hundeparadieses» protestieren jetzt die Hundehalter, weil dort ihre Tiere herumtollen und baden können. Gleichzeitig gibt sich die rot-grüne Stadtregierung machtlos gegenüber der offenen Drogenszene, die sich im Stadtzentrum ausbreitet. Hier gibt es offenbar keine entsprechenden Bedenken bezüglich Sicherheit und Hygiene.
Mir schreibt ein Mitbürger: «Drögeler dürfen in aller Ruhe die Stadt Zürich verunreinigen, die Gewerbler verunsichern, Passanten bedrohen. Aber harmlose Hündeler, die einfach mit ihren Hunden auf der Allmend spazieren gehen, die will man vertreiben!» Darum etwas Positives zu den Hunden: «Hunde freuen sich immerhin, wenn ihnen etwas vorgeworfen wird.» Und etwas Negatives: «Hundehalter sind Feiglinge, die nicht genug Mut haben, selber zuzubeissen.»