Schreib, wenn du daheim bist
«Schreib, wenn du daheim bist.» Diesen Satz kennen viele Eltern, Partner und Freunde. Er klingt fürsorglich und sagt doch viel über unser Sicherheitsgefühl aus. Immer mehr Menschen – vor allem Frauen – überlegen sich abends, welchen Weg sie nehmen, wo sie einsteigen und welche Orte sie meiden.

Freiheit beginnt nicht in Sonntagsreden. Freiheit beginnt auf dem Heimweg. Bild: Pixabay
Auch mir geht es oft so. Ich halte mein Handy bereit, wähle den Heimweg bewusst und fahre spätabends lieber mit dem Taxi oder Uber nach Hause als mit dem ÖV. Unterführungen und dunkle Strassen meide ich, wenn möglich. Ich schreibe, wenn ich losfahre – und bitte meine Kollegin: «Schreib, wenn du daheim bist.»
Solche Szenen zeigen, wie unser Sicherheitsgefühl schwindet. Sicherheit heisst, ohne mulmiges Bauchgefühl unterwegs zu sein. Sie entscheidet, ob junge Frauen alleine heimgehen. Ob ältere Menschen abends noch aus dem Haus gehen. Ob Eltern ihre Jugendlichen beruhigt ziehen lassen.
Die Zahlen zeigen: Diese Sorge kommt ist nicht aus der Luft gegriffen. Im Kanton Zürich wurden 2025 122’519 Straftaten registriert. Bei klassischen Straftaten wie Gewalt, Diebstahl oder Drohung gab es 18’950 Beschuldigte. 10’964 davon gehören zur ausländischen Bevölkerung oder zum Asylbereich – rund 58 Prozent. Gleichzeitig nahm die schwere Gewalt um 8 Prozent zu. Häusliche Gewalt stieg um fünf Prozent auf 3’487 Straftaten. Schwere Sexualdelikte nahmen um 41 Prozent zu.
Unsere Polizei leistet viel, kann aber nicht überall gleichzeitig sein. Sie darf nicht allein gelassen werden mit Problemen, die politisch entstehen oder kleingeredet werden. Wer Sicherheit will, muss hinschauen: bei Jugendgewalt, Messerangriffen, Kriminaltourismus, Asyl- und Zuwanderungsfragen und bei einer Justiz, die zu oft zu langsam, zu milde oder zu kompliziert agiert.
Sicherheit ist Fürsorge gegenüber den Anständigen: jenen, die arbeiten, Steuern zahlen, ihre Kinder erziehen oder einfach in Ruhe und Frieden leben wollen.
Darum braucht es eine Politik, die wieder klar sagt: Wer Gewalt ausübt, muss Konsequenzen tragen. Wer kein Aufenthaltsrecht hat, muss gehen. Wer unsere Regeln missachtet, darf nicht auf Nachsicht hoffen.
Denn Freiheit beginnt nicht in Sonntagsreden. Freiheit beginnt auf dem Heimweg. Ich will eine Schweiz, in der der Satz «Schreib, wenn du daheim bist» wieder mehr Fürsorge bedeutet – und weniger Sorge.