Schweiz-Kritiker sollten (aus-)reisen
Die Sommerferien sind vorbei. Viele haben Sonne, Berge, Meer und gutes Essen genossen.

Lebensqualität ist nicht selbstverständlich. Sie muss geschützt werden. Bild: SVP
Ferien tun gut und sie zeigen manchmal, was uns im Alltag nicht mehr auffällt. Wer im Ausland war, kennt solche Momente: Abfall am Strassenrand. Schlaglöcher. Ein Zug, der vielleicht kommt – oder auch nicht. Wasser, das man lieber nicht aus dem Hahn trinkt. Strände, an denen Plastikflaschen liegen bleiben. Oder Quartiere, in denen man abends schneller geht und die Handtasche fester hält. Dann kommt man nach Hause und merkt wieder, wie wertvoll vieles ist, worüber wir gedankenlos verfügen: sauberes Trinkwasser aus dem Hahn. Gepflegte Strassen. Zuverlässiger öffentlicher Verkehr. Funktionierende Entsorgung. Gepflegte Landschaften. Und Menschen, die Verantwortung übernehmen – im Verein, im Gewerbe, in der Gemeinde, bei der Feuerwehr, in der Politik. Die Schweiz ist nicht perfekt. Auch bei uns kann man sich über verspätete Züge, volle Strassen oder hohe Preise ärgern. Aber nach Ferien im Ausland merkt man schnell: Dieses Land funktioniert ausserordentlich gut.
Das ist kein Zufall. Die Schweiz funktioniert, weil Generationen vor uns Werte gelebt haben, die heute von linken Politikern als veraltet dargestellt werden: Eigenverantwortung, Ordnungssinn, Fleiss, Respekt, direkte Demokratie, Unabhängigkeit, Neutralität und ein gesundes Misstrauen gegenüber zu viel Staat. Diese Werte sind das Fundament unseres Erfolgs. Darum stört mich, wenn manche so tun, als könne man die Schweiz beliebig umbauen, erweitern und belasten. Immer mehr Zuwanderung, immer mehr Vorschriften, immer mehr Anbindung an fremde Institutionen, immer mehr Staat – und dann die Überraschung, wenn Wohnraum knapp wird, Schulen unter Druck geraten, die Infrastruktur ächzt und die Sicherheit leidet.
Wer aus den Ferien zurückkommt, sieht meist klarer: Lebensqualität ist nicht selbstverständlich. Sie muss geschützt werden. Freiheit braucht Ordnung. Sicherheit braucht Grenzen. Wohlstand braucht Leistung. Und Zusammenhalt braucht gemeinsame Werte. Die Schweiz kann nicht einfach konsumiert werden. Wir müssen sie pflegen, bewahren und verteidigen. Wer die Schweiz ständig schlechtredet und sich nicht einbringt, sollte daher öfter über die Grenze reisen. Vielleicht kommt er dankbarer zurück. Falls nicht, soll er sein Glück anderswo finden.