Selbstkreierte Probleme
Nun konnte selbst der schweizerische Lehrerverband die Probleme nicht mehr abstreiten – Lehrpersonen sehen die schulische Integration von Beeinträchtigten kritisch.

Ein NEIN zur verdeckten Lehrerlohnerhöhung am 27. September ist ein wichtiges Zeichen! Bild: LPG
Dieses Ergebnis der Mitgliederumfrage hat hohe Wellen geschlagen. Bei genauem Hinsehen ist die Ablehnung noch stärker als in vielen Medien diskutiert: Lehrpersonen, die tatsächlich an der Front im Einsatz stehen, empfinden die schulische Integration als deutlich höhere Belastung als Schulleitungen oder das «derzeit nicht unterrichtende » Lehrpersonal. Hätte man auch Lehrpersonen in die Umfrage miteinbezogen, die keine Mitglieder des Verbands sind, wäre die Ablehnung wahrscheinlich noch stärker ausgefallen. Nachdem der Lehrerverband die Probleme jahrelang kleingeredet hat, fühlten sich viele Lehrpersonen nicht mehr von ihm vertreten. Trotz dieser vernichtenden Resultate sieht die Präsidentin vor allem fehlende Ressourcen – sprich zu wenig Geld – als Hauptgrund. Echte Einsicht tönt anders! Gemäss OECD-Daten hat die Schweiz mit ihren hohen Ausgaben pro Schüler kaufkraftbereinigt bereits heute eines der teuersten Bildungssysteme. Diese sind stark angestiegen. Trotz der immer höheren Ausgaben beklagt sich die Wirtschaft über einen massiven Leistungsabfall bei den Grundkompetenzen Schreiben und Mathematik. Jedes fünfte Unternehmen will darum in Zukunft weniger Lehrlinge einstellen, wie eben bekannt wurde. Das ist alarmierend, bleibt doch Bildung unsere wichtigste Ressource. Jahrelang wurde behauptet, dass Integration gleich teuer wie oder günstiger als Separation sei und bessere Leistungen bringe. Nun fliegen uns die Kosten und die negativen Auswirkungen dieser ideologischen Politik um die Ohren. Im Kanton Zürich fordern vor allem linke Politiker höhere Löhne für die Lehrerschaft. Ende September stimmen wir deshalb darüber ab, ob über die teure Anpassung des Berufsauftrags die Löhne des Zürcher Lehrpersonals nochmals erhöht werden. Die Lehrtätigkeit benötige heute viel mehr Zeit, so die Befürworter. Dabei ist dieses Zeitproblem durch das Vorantreiben der schulischen Integration und weiterer wenig durchdachter Reformen der letzten Jahre mehrheitlich von denselben Politikern kreiert. Damit spielen sie Feuerwehr bei einem Brand, den sie selbst gelegt haben. Dabei leisten unsere Lehrpersonen tagtäglich im Schulzimmer wertvolle Arbeit, die vollste Wertschätzung verdient. Anstatt die Zeitprobleme einfach mit Geld zuzukleistern, kann die Entlastung der Lehrpersonen auch auf anderem Weg erreicht werden, indem man die unsinnigsten Reformen der letzten Jahre rückgängig macht, die Bildungsbürokratie zurückstutzt und die schulische Integration auf ein vernünftiges Mass zurückschraubt. Ein NEIN zur verdeckten Lehrerlohnerhöhung am 27. September ist ein erster Schritt!