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Von Microsoft abmelden, Geld sparen

Software aus den USA, Daten in fremden Clouds, Lizenzen von Konzernen, die ihre Dienstleistungen jederzeit kündigen oder verteuern können. Was passiert, wenn ein amerikanischer Konzern den Hahn zudreht?

Wir müssen sicherstellen, dass unsere Daten in der Schweiz liegen und nicht nach Washington abgezogen werden können. Bild: SVP Kanton Zürich

Die Frage ist nicht hypothetisch. Der Internationale Strafgerichtshof erfuhr es am eigenen Leib, als Microsoft die E-Mail- Konten sanktionierter Mitarbeitender einfach sperrte. Wenn ein Weltgericht digital entmündigt werden kann, dann ist es bei einer Gemeinde wie Kloten ein Kinderspiel. Unsere Verwaltung hütet Personaldossiers, Bauakten, Finanzdaten, steuerliche Informationen von Tausenden Bürgerinnen und Bürgern. Diese Daten zu schützen, ist schlicht Staatsräson. Wer seine Bürger ernst nimmt, sorgt dafür, dass ihre Daten in der Schweiz liegen und nicht nach Washington unter dem Cloud Act abgezogen werden können.

Effizienz und Kosten, die zählen

Kopenhagen und Aarhus, die zwei grössten Städte Dänemarks, haben Microsoft- Produkte durch Open-Source-Alternativen ersetzt. Das dänische Digitalisierungsministerium hat über die Hälfte seiner Mitarbeitenden auf LibreOffice umgestellt. Das deutsche Bundesland Schleswig- Holstein hat 80 Prozent seiner Arbeitsplätze umgestellt und spart dadurch ab 2026 mehr als 15 Millionen Euro an Lizenzkosten pro Jahr, bei Investitionen von rund neun Millionen Euro. Genau hier liegt die eigentliche Chance für unsere Verwaltung. Jeder Franken, der heute in überteuerte Lizenzmodelle für Briefe, Tabellen und Präsentationen fliesst, ist ein Franken, der bei Strassen oder Sicherheit fehlt. Open-Source-Software produziert keine Lizenzkaskade, die mit jedem Mitarbeiter und jeder neuen Applikation automatisch steigt. Sie ist transparent, sie ist auditierbar, sie macht uns von einzelnen Konzernen unabhängig. Und sie passt zu einem Prinzip, das wir in Kloten schon immer vertreten haben: Selbstbestimmung. Die Digitalstrategie der Stadt muss deshalb eine einfache Frage beantworten: Wie trennen wir uns kontrolliert von Abhängigkeiten, die uns weder nützen noch billiger sind? Dazu gehören klare Angaben, wo unsere Daten liegen, was sie kosten und wie schnell wir den Wechsel schaffen würden.

Souverän ist, wer selbst entscheiden kann

Wenn die Stadt Kloten sparen will, dann beginnt das nicht bei der Feuerwehrausrüstung oder bei den Strassenbauprojekten, sondern bei den Abhängigkeiten, die sich in Jahren aufsummiert haben. Die SVP Kloten misst die Antworten der Verwaltung genau an dieser Elle und erwartet den Nachweis, dass unsere digitale Verwaltung Steuerfranken spart und gestärkt wird, statt dass auf Kosten der Bürger mit ihr experimentiert wird. Unsere Verwaltung hat in den letzten Jahren mit dem Rollout von M365 und der Digitalstrategie gute Arbeit geleistet. Niemand wirft ihr Unfähigkeit vor. Doch die Karten werden neu gemischt. Open Source ist inzwischen zuverlässig, sicher und in der Praxis erprobt. Wer heute eine Ausbaustufe plant, sollte prüfen, ob er seine Zukunft noch länger einem einzelnen Konzern anvertraut. Exit-Strategien, Datenstandorte, Einsparpotenziale: Diese Fragen gehören auf den Tisch, bevor wir neu investieren.

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Marco Brunner
SVP (ZH)
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