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The New Trampilot*in

Es ist offensichtlich: Wenn der Staat keine offenen Stellen mehr anbieten kann, erfindet er neue Berufe. Das macht vermutlich ein*e Projektleiter*in Arbeitsbeschaffung.

Gemäss Stelleninserat sei es wichtig, dass man fliessend Deutsch spreche. Weshalb das Inserat dann auf Englisch geschrieben ist, bleibt ein Geheimnis. Bild: zVg

Weil das bedingungslose Grundeinkommen auch in der Stadt Zürich noch fehlt, muss man sich wohl oder übel eine Arbeit suchen. Aber die Stadt Zürich ist freundlich und hilft bei der Suche. Sie platziert sogar Werbung. So kann es sein, dass man im Internet nachschauen will, ob das 11er- Tram immer noch ins Seefeld fährt oder ob die Nummern schon wieder neu gemischt wurden, und stattdessen ein Inserat sieht: «Become a tram or bus driver at Verkehrsbetriebe Zürich.» Wenn man auf dieses Inserat klickt, erscheint eine Berufsbeschreibung auf Englisch. Am Schluss steht dort: «It is important that you speak fluent German.» Es sei wichtig, dass man fliessend Deutsch spreche. Weshalb das Inserat dann auf Englisch geschrieben ist, bleibt ein Geheimnis.

Also unterlässt man es als Fachkraft ohne Deutschkenntnisse, sich als Trampilot*in zu bewerben, wie es dort geschrieben steht. Immerhin das Theater mit den Gendersternen hat man im Englischen nicht. Aber das mit der Deutschpflicht ist natürlich ärgerlich. Wissen die denn nicht, dass man hier in der Stadt Zürich ist? Hier wird Englisch gesprochen, for God’s sake! Es muss doch Jobs geben, bei denen man nicht so sprachgewandt sein muss! Man schaut auf der Seite für Jobinserate der Stadt Zürich. Dort gibt es allerlei Angebote zu entdecken. Kindheitspädagog* in zum Beispiel. Was the hell ist denn das? Da muss man schon wieder das Internet fragen und erfährt so, dass Kindheitspädagogie sich mit der Betreuung und Erziehung von Kindern beschäftigt. Ach so, früher sagte man Eltern. Heute handelt es sich um ein Studium, das zu einem hochbezahlten staatlichen Arbeitsplatz führt. Das sieht in der Praxis dann so aus: Eine 22-jährige studierte Kindheitspädagogin, ohne Berufserfahrung und ohne eigene Kinder, erklärt einer dreifachen Grossmutter, die beim Mittagstisch der Schule aushilft, was diese als Mutter alles falsch gemacht hat.

Nicht zu verwechseln ist der Beruf der Kindheitspädagog*in mit Sozialpädagog*in, Schulsozialarbeiter* in oder Betreuungsassistent* in. Bei diesen Berufen im Schulbereich gibt es viele offene Stellen. Alles Berufe, die es früher nicht gab. Wie grossartig muss unsere Gesellschaft doch funktionieren mit dieser Vielzahl an Expert* innen, die die Kinder erziehen. Oder war es vielleicht doch besser, als es noch Eltern gab, die sich selbst bemühten und die Kinder nicht so bald wie möglich in die Krippe abschoben?

Dann entdeckt man auch noch ein Jobangebot ohne Bezug zur Schule: Projektleiter*in Wohnraumbeschaffung. Bei diesem Beruf geht es darum, Wohnungen für «geflüchtete Menschen» zu finden. Die nicht geflüchteten Menschen müssen selbst suchen.

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