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«Uf die Junge lose!»

Jüngst lud die SVP Bezirk Meilen rund 50 Jungmitglieder und Sympathisanten zur Schifffahrt. Neben dem gemütlichen Beisammensein ging es aber hauptsächlich um die Frage: Was beschäftigt unsere Jugend und was kann die SVP dazu beitragen?

Die SVP Bezirk Meilen widmete die Schifffahrt auf dem MS «Etzel» ganz der jungen Generation. Bild: zVg

Nach einer kurzen Ansprache verteilte ich jedem Teilnehmer einen Zettel, mit der Bitte, politische Forderungen, Gedanken oder ganz einfach Wünsche zu formulieren. Ich versprach den Teilnehmern, die Inhalte zu lesen, in die Partei zu tragen und auf Wunsch persönlich zu antworten. Was ich nach drei Stunden Schifffahrt zurückerhielt, übertraf sämtliche Erwartungen. Die Zettel waren randvoll mit Gedanken und Ideen. Was beschäftigt die Jungen heute?

Asyl und Zuwanderung

Viele Jugendliche schrieben, dass ihnen das Asylwesen und die unregulierte Zuwanderung zu schaffen machen. Man fühle sich teilweise fremd im eigenen Land. In der Schule oder im Ausgang sei man als Schweizer an manchen Orten in der Minderheit und würde sein eigenes Land kaum mehr erkennen. Die daraus resultierende Forderung war entsprechend klar: Zuwanderung stärker begrenzen und Asyl einschränken. Bei der Asylthematik erhielt ich zwei spannende Verbesserungsvorschläge: Ein junger Mann forderte eine Arbeitspflicht für Asylbewerber (beispielsweise im öffentlichen Dienst) und ein anderer meinte, man würde die Asylmilliarden besser für Hilfe vor Ort investieren.

Ausländerkriminalität und Islamisierung

Auch bei diesen beiden Themen waren die Aussagen sehr deutlich. Die Forderung nach strengeren Strafen für kriminelle Ausländer, inkl. einer konsequenten Ausschaffung, fand sich auf einigen der eingereichten Zettel. Dies ist bemerkenswert, waren doch die meisten «Schifffahrer» bei der Abstimmung über die Ausschaffungsinitiative 2010 noch im Kindergartenalter. Die Islamisierung bereite auch Sorgen, weshalb die Forderung nach einem Kopftuchverbot grosse Zustimmung fand. Auch hier formulierten zwei Teilnehmer eine spannende Forderung: Kriminellen oder Leuten, welche sich aus religiösen Gründen nicht in unser Wertesystem integrieren wollen, sollte das passive und aktive Wahlrecht entzogen werden.

Familienpolitik und Bildung

Bei diesen beiden Themen überraschten mich die jungen Teilnehmer am stärksten. Obwohl es sich hier nicht um klassische SVP-Themen handelt, kamen diverse Anliegen. Das traditionelle Familienmodell werde im Namen der «sogenannten» Gleichstellung entwertet. Fremdbetreuung der Kinder und Karriereeltern seien das Mass aller Dinge. Zudem sei die Geburtenrat (!) zu niedrig. Vorschlag aus der Feder zweier 22-Jähriger: Steuersenkung pro Kind.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Ausbildung kürzlich abgeschlossen oder stecken noch mittendrin. Die Leistungen eines Absolventen einer Berufslehre oder einer höheren Fachschule sollten mehr Anerkennung finden. Die Ausbildungen, egal ob Studium oder Berufsbildung, werden immer weniger wert, weil der Bildungsstandard sinkt. Eine junge Frau bringt es auf den Punkt: Unser Niveau sinkt, damit sämtliche Minderheiten in unser Bildungssystem inkludiert werden können.

Die Geschichte eines jungen Mannes stimmte mich nachdenklich. Schweizer HSG-Student mit Top-Noten abgeschlossen. Sein Problem: « Ich fand in der Wirtschaftsberatung kaum eine Praktikumsstelle, weil bereits alle Stellen von Deutschen besetzt waren.» Deutsche Manager holen deutsche Mitarbeiter – und economiesuisse sage dem Fachkräftemangel.

Was noch?

«Keine EU-Anbindung» oder «Nein zum Unterwerfungsvertrag» konnte man auf diversen Zetteln feststellen. Aber auch Aussagen zur Wirtschaft, zum Parkplatzabbau, zu 30er-Zonen oder zu den überteuerten Spritpreisen. Die Vielfalt der Gedanken war schlicht beeindruckend. Besonders imponierend fand ich folgende zwei Aussagen zur direkten Demokratie: «Wir sollten miteinander reden und keine Brandmauern nach deutschem Vorbild aufbauen» und «Der Föderalismus und die Eigenständigkeit der Kantone sollen gestärkt werden.»

Fazit

Der Abend auf dem Schiff führt mir vor allem eines vor Augen: Die Politik der SVP ist bei jungen Menschen gefragt wie lange nicht mehr. Wir stehen für Werte und Überzeugungen, an welchen sich junge Leute orientieren können. Wichtig ist, dass wir auf die Jungen hören und ihre Anliegen, Bedenken und Sorgen in die Politik hineintragen. Sollten Sie, geschätzter Leser, nicht mehr im jugendlichen Alter sein, diskutieren Sie bei nächster Gelegenheit mal mit Ihren Kindern oder Enkelkindern. Vielleicht gewinnen Sie neue Erkenntnisse oder ein neues Parteimitglied. Oder beides.

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Marc Wachter
SVP (ZH)
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