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Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen

Die Pläne waren schon lange bekannt, doch nun hat der linksgrüne Zürcher Stadtrat vergangene Woche sein sogenanntes Weissbuch «Aufbruch in den Stadtraum Hauptbahnhof 2050» offiziell vorgestellt.

Hauptbahnhof Zürich, wo das Leben pulsiert. Bild: Wikimedia Commens. Roland Fischer

Kurz zusammengefasst formuliert die Stadtregierung darin ihre Vision eines autofreien Zürcher Hauptbahnhofs. Es ist kein Geheimnis, dass Linke und Grüne ausgewiesene Autofeinde sind. Mit ihrer Vision, den Individualverkehr rund um den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Schweiz einfach abwürgen zu können, tritt aber ein neues Niveau der Realitätsverweigerung zutage.

Übergeordnetes Recht wird ignoriert

Geht es nach dem Zürcher Stadtrat, soll das Auto in den nächsten Jahrzehnten fast vollständig von den Strassen rund um den Hauptbahnhof verschwinden – gerade mal ein paar Taxis und der allernötigste Gewerbeverkehr wären um den HB noch zugelassen. In luftigen Worten und schönen computergenerierten Bildern wird diese Vision im Weissbuch auf über 160 Seiten ausgebreitet. Eine Vision, die sich gemäss heutigem Recht gar nicht umsetzen lässt: Gemäss Artikel 104 der Kantonsverfassung ist ein einseitiger Kapazitätsabbau auf Kantonsstrassen nicht erlaubt; und weil der Hauptbahnhof fast vollständig von Kantonsstrassen umrandet wird, verstösst dieses Projekt im Kern gegen übergeordnetes Recht. Der Stadtrat scheint dies einfach auszublenden.

Massloses Wachstum bremsen

Natürlich geht es rund um den Hauptbahnhof manchmal etwas hektisch zu und her: Der Platz für Fussgänger ist begrenzt und manch ein Stadtbewohner würde sich insgeheim wohl über mehr Grünflächen und Flanierzonen freuen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Zürich eine pulsierende und lebendige Stadt ist, die aufgrund der nicht abreissenden Zuwanderung bis 2050 weiter anwachsen wird. Auch das Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung wird weiter wachsen, es wird sich aber nicht ausschliesslich mit Tram, Bus, Velo und Fussverkehr bewältigen lassen. Eine moderne Stadt muss alle Verkehrsträger in Einklang bringen. Anstatt einseitig das Auto zu verteufeln, müsste eine kluge Politik endlich die Zuwanderung wirksam begrenzen und für ein massvolles und verträgliches Wachstum unserer schönen Stadt sorgen.

Es ist nicht verboten, Visionen für eine bürgerfreundliche und intelligente Stadtentwicklung zu formulieren. Im Falle des Weissbuchs «Stadtraum Hauptbahnhof Zürich 2050» gelten jedoch die klugen Worte des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Am 8. März 2026 sind Stadt- und Gemeinderatswahlen: Die SVP muss und wird diese Wahlen gewinnen – damit die Stadtbevölkerung zukünftig vor solch schädlichen Visionen verschont bleibt.

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